Donnerstag, 19. Januar 2017

lvh: „Referendum nutzt weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber“

Der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister übt Kritik an einem Referendumsantrag der nationalen Gewerkschaft Cgil. „Ein Ja-Ausgang des geplanten Referendums würde keinen Vorteil für die Arbeitnehmer, aber noch mehr Rechtsunsicherheit für die Arbeitgeber mit sich bringen“, so lvh-Präsident Gert Lanz in einer Aussendung.

Der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister übt Kritik an einem Referendumsantrag der nationalen Gewerkschaft Cgil.
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Der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister übt Kritik an einem Referendumsantrag der nationalen Gewerkschaft Cgil.

Italien sei bekannt für seine kontinuierlichen Reformen, Umwälzungen und politischen Führungswechsel, meinte Gert Lanz am Donnerstagvormittag. Der Wermutstropfen sei, dass die Veränderungen zumeist keine wahren Verbesserungen erzielen, sondern eher noch mehr Unruhe und Unsicherheit würden.

Lanz: „Funktionierende Systeme nicht abändern“

Ein von der Gewerkschaft CGIL ins Leben gerufener Referendumsantrag könnte ebenso dieses Ergebnis zur Folge haben, sollte das Referendum mit Ja ausgehen.

„Die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen sind sowohl hinsichtlich Voucher als auch hinsichtlich solidarischer Haftung im Unternehmer-Werkvertrag unter Kontrolle. Warum ist es in Italien immer wieder so, dass funktionierende Systeme abgeändert oder bürokratisch verkompliziert werden“, fragt sich der Präsident im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister Gert Lanz.

Lanz: Bei Ja kein substantieller Vorteil für die Arbeitnehmer

Die Voucher könnten laut Lanz aufgrund der jährlichen Einkommensgrenzen sowie der Meldepflicht nicht vom Arbeitgeber missbraucht werden. Die solidarische Haftung bezüglich Unternehmer-Werkverträgen sei aktuell akzeptabel geregelt.

Insofern würde sich bei einem Ja-Ausgang des geplanten Referendums kein substantieller Vorteil für die Arbeitnehmer ergeben, allerdings eine neue Rechtsunsicherheit für die Arbeitgeber. „Außerdem verändern sich Arbeitsprozesse und Arbeitsrythmen kontinuierlich.

Lanz: Referendumsantrag unsinnig

Es wäre anachronistisch zu glauben, dass die Ressource Mensch ewig mit denselben traditionellen Systemen arbeitet.

Insofern kann ich der Aussage des Vorsitzenden der SVP-Wirtschaft Josef Tschöll nur zustimmen: Dieser Referendumsantrags ist mehr als unsinnig. Im Sinne einer wieder wachsenden Wirtschaft sollten die Sozialpartner an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig Steine in den Weg legen“, so Lanz.

stol

stol