Donnerstag, 12. März 2015

lvh und Südtirols Berufsschulen wollen zukünftige Fachkräfte sichern

Angesichts der zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit und der abnehmenden Lehrlingszahlen hat der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) mit Südtirols Berufsschulen ein Kooperationsprojekt gestartet, das jungen Menschen Praktikumsplätze in Südtiroler Handwerksbetrieben vermitteln soll. Am Donnerstag wurde die Initiative im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

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In den letzten 10 Jahren haben die Lehrlingszahlen in Südtirol um 26 Prozent abgenommen. Um der Fortsetzung dieses Trends Einhalt zu gebieten, frühzeitig einem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und gleichzeitig eine konkrete Maßnahme gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu setzen, werden Südtirols Berufsschulen nun gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) aktiv.

„Viele Gründe sprechen dafür, Jugendlichen eine Chance zu geben, die praktische Arbeitswelt vor der definitiven Berufsentscheidung kennen zu lernen. Als Unternehmer habe ich dadurch die Gelegenheit, einen geeigneten Lehrling für meinen Betrieb zu gewinnen, aktiv meinen Beruf und meinen Betrieb zu bewerben, vor allem aber dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, unterstrich Mathias Piazzi, Bezirksobmann der Handwerker im Burggrafenamt im Rahmen der Pressekonferenz.

„Ziel der Initiative ist es, dass Schulen und Betriebe gemeinsam mindestens zweiwöchige Praktikumsplätze für junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren ausfindig machen und ihnen damit einen Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen“, erklärte die Vorsitzende der Junghandwerker im lvh, Jasmin Fischnaller.

Das Praktikum soll dabei im Rahmen der Schulzeit stattfinden. „Wir haben bereits sehr gute Erfahrungen mit solchen Praktika gemacht“, berichtete die Direktorin der Landesberufsschule für Handel, Handwerk und Industrie „Luis Zuegg“ in Meran, „dadurch erleichtern wir interessierten Jugendlichen den Eintritt in einen Lehrbetrieb und können sicher auch die Lehrabbrüche minimieren. Viele junge Menschen wissen mit 15 nämlich noch nicht genau, welche Richtung sie einschlagen wollen.“

Viele positive Erfahrungen

 

Von ebenso positiven Erfahrungen berichtete Heidi Röhler, Mitinhaberin des Kälte- und Klimatechnikerbetriebes Kälte Klima Röhler in Bozen: „Unser letzter Lehrling hat nach einem fünfwöchigen Praktikum in unserer Firma entschieden, die Lehre in diesem Beruf zu beginnen. Nur durch den direkten Einblick in die Tätigkeitsfelder und Aufgaben konnte er sich für diesen Beruf begeistern“, so Röhler. 

Bereits nächste Woche findet im Burggrafenamt ein Treffen zwischen Handwerkern und Berufsschule statt, bei dem ein Pool an interessierten Praktikumsbetrieben ausfindig gemacht werden soll. Die zur Verfügung stehenden Praktikumsplätze sollen dann sofort an interessierte Schüler vermittelt werden. 

Das vom Landeszusatzgesundheitsfonds Sanifonds unterstützte Projekt wird dann auch auf die übrigen Berufsschulen im Land ausgedehnt.

stol