Freitag, 08. November 2019

Mafia wäscht immer häufiger Geld in Italiens Gastronomie

Rund 5000 Lokale, vor allem Restaurants, Bars und Pizzerien, stehen in Italien unter der Kontrolle der Mafia, die damit schmutziges Geld wäscht.

Rund 5000 Lokale in Italien sollen von der Mafia zur Geldwäsche benutzt worden sein.
Rund 5000 Lokale in Italien sollen von der Mafia zur Geldwäsche benutzt worden sein. - Foto: © shutterstock

Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des italienischen Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor, der sich auf Polizeiangaben bezog.

Coldiretti veröffentlichte seinen Bericht, nachdem die Mailänder Polizei am Freitag 9 mutmaßliche Mafiosi festgenommen hat, die Einnahmen durch illegale Aktivitäten unter anderem in eine bekannte Kette von Pizzerien investiert hatte.

10 Millionen Euro wurden im Rahmen der Ermittlungen gegen Clans der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, durchgeführt.

24,5 Milliarden Euro lukrieren mafiöse Organisationen laut Coldiretti-Schätzungen dank ihrer Interessen in der Lebensmittelproduktion und in der Gastronomie.

„Die organisierte Kriminalität nutzt die Wirtschaftskrise, um in die legale Wirtschaft einzudringen und übernimmt direkt oder indirekt Lokale in Italien und im Ausland. Damit zerstört die Mafia die Konkurrenz und den legalen freien Markt“, so Coldiretti-Präsident Ettore Prandini.

Vor allem die 'Ndrangheta wäscht Geld aus kriminellen Aktivitäten, indem sie Strohmännern Lokale anvertraut. Die Organisation hat längst ihre Aktivitäten auf Rom und auf Norditalien ausgeweitet. Die 'Ndrangheta gilt als Italiens mächtigste Mafiaorganisation. Wegen ihrer führenden Stellung im europäischen Handel mit Kokain hat sie die neapolitanische Camorra und die sizilianische Cosa Nostra überholt.

apa