Der Nachrichtensender N24 wird mit einem kleineren Budget künftig auf eigenen Füßen stehen. Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust und N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann übernehmen jeweils 26 Prozent am Sender vom Münchner TV- Konzern ProSiebenSat.1. Das Bieterkonsortium, dem weitere vier Mitglieder mit je zwölf Prozent angehören, übernimmt auch die Produktionsgesellschaft Maz&More, wie ProSiebenSat.1 und N24 am Mittwoch in München und Berlin mitteilten.Monatelang war über die Zukunft des Senders gerätselt worden, neben dem „Management-Buy-Out“ kam ein Verkauf an Investoren in Betracht. ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hatte auch nicht ausgeschlossen, den Sender zu behalten. „Dieses Team hat die beste Lösung präsentiert“, sagte Ebeling. Die neue Gesellschaft N24 Media GmbH unter Rossmanns operativer Führung soll zunächst bis 2016 die Sendergruppe ProSiebenSat.1 mit Nachrichten versorgen und Sendungen produzieren.Das jährliche Nachrichtenbudget schrumpft mit der Selbstständigkeit nach Angaben Rossmanns von 60 auf 30 Millionen Euro, 72 Jobs stehen unmittelbar zur Disposition - fast ein Drittel der ohnehin bereits geschrumpften Belegschaft des Senders, die mit 218 Vollzeitstellen (Stichtag: 1. September 2010) angegeben wird. „Meine Aufgabe wird es vor allem sein, mich ab sofort um zusätzliche Aufträge für neue Reportagen und Dokumentationen zu kümmern“, erklärte Aust. Der 63-jährige Journalist und Gründer von „Spiegel TV“ hatte zuletzt ein neues Nachrichtenmagazin unter dem Arbeitstitel „Woche“ auf den Markt bringen wollen. Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, „Die Welt“) und die WAZ-Mediengruppe („Westdeutsche Allgemeine Zeitung“), die als Partner dafür im Gespräch waren, zogen sich aus dem Projekt zurück. Dieses Projekt wolle er nun mit N24 als Basis weiterverfolgen, kündigte Aust an, ohne Details zu nennen.ProSiebenSat.1 verringert durch die Trennung von N24 die jährlichen Verluste im News-Bereich von jetzt 50 auf rund 25 Millionen Euro, wie Ebeling erklärte. N24 will sein Programmschema weitgehend beibehalten, sich aber stärker auf die Politik-Berichterstattung konzentrieren. Bis zum vierten Quartal 2011 will der Sender ein deutsches Netzwerk von Videojournalisten mit 13 Stellen aufbauen. dpa