Donnerstag, 21. Mai 2015

Markus Kofler ist neuer Chef des Südtiroler Baukollegiums

War es einst die Landespolitik, die fest in Pusterer Hand war, so ist es derzeit die Baubranche – zumindest die Verbandsspitze. Auf den Tauferer Thomas Ausserhofer folgt im Baukollegium nämlich ein Innichner: Markus Kofler. Am Donnerstagvormittag wurde er offiziell zum Präsidenten gewählt.

Von Pusterer zu Pusterer: Thomas Ausserhofer übergibt das Zepter, pardon, die Schaufel, an Markus Kofler.
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Von Pusterer zu Pusterer: Thomas Ausserhofer übergibt das Zepter, pardon, die Schaufel, an Markus Kofler.

Seit 2009 hat Thomas Ausserhofer von der Firma Unionbau in Sand in Taufers die Geschicke des Kollegiums der Bauunternehmer geleitet. Nun, nach zwei Amtsperioden gibt Ausserhofer, so wie es das Statut vorsieht, das Zepter ab. Sein Nachfolger ist der 40-jährige Markus Kofler.

Der gebürtige Innichner Diplomingenieur ist Geschäftsführer der Baufirma Kofler & Rech AG mit Sitz in Olang. Die Kofler & Rech AG  ist Anfang 2013 aus der Fusion der beiden Betriebe Kofler & Strabit AG sowie der R.G.B. F.lli Rech GmbH entstanden. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Tief- und den Straßenbau.

"Die Bauwirtschaft wird auch künftig gebraucht"

In seiner Antrittsrede im Bozner Kolpinghaus sprach Kofler über die Entwicklung der heimischen Bauwirtschaft. „In den vergangenen 20 Jahren ist die Bauwirtschaft stetig gewachsen, vielleicht auch zu viel“, meinte er. Erst in den vergangenen Jahren habe die Bauwirtschaft einen Dämpfer erhalten, die Auswirkungen seien bis heute spürbar.

Vor diesem Hintergrund werde daher oft der Ruf laut, nicht noch mehr zu bauen, so Kofler. „Doch stellen wir uns vor, es gäbe keine Instandhaltungen, keine Neubauten oder keine Erneuerung von Bausubstanz mehr. Wie lange wohl könnten wir die gewohnte Lebensqualität sicherstellen?“

Auch wenn man sicher nicht mehr zu jenem Marktvolumen zurückkehren werde, das es noch vor der Krise gegeben hat, werde die Bauwirtschaft auch künftig gebraucht, zeigt sich Kofler zuversichtlich. „Die Frage ist nur: in welcher Form?“

Danach ging der neue Bauunternehmer-Chef auf Themen ein, die der Bauwirtschaft sein Jahren unter den Nägeln brennen: Von der Qualitätsausschreibung, über die fehlende Liquidität bis hin zur unerlässlichen Zusammenarbeit mit anderen Branchen. „Auch wir Unternehmer müssen wieder mehr Verantwortung übernehmen und vermehrt über den eigenen Tellerrand schauen“, forderte Kofler. „Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit.“

stol