Donnerstag, 09. Februar 2017

Marode Banken: Regierung hat Hilfspaket geschnürt

Es sind prächtige Bauten, in denen Italiens Banken residieren. Die Palazzi zeugen vom einstigen Glanz der Geldhäuser. Doch innen hat der Zahn der Zeit an der Einrichtung genagt.

Monte dei Paschi di Siena
Monte dei Paschi di Siena - Foto: © shutterstock

Die Geldhäuser leiden unter Bergen an faulen Krediten, die sich wegen der Wirtschaftsschwäche Italiens aufgetürmt haben. Während die einen (Unicredit) sich immerhin noch frisches Kapital bei Investoren am Finanzmarkt beschaffen können, können die anderen (Monte dei Paschi) nur mit Hilfe des Staats überleben.

Die Regierung hat dazu ein 20 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für die Branche geschnürt.

Intesa Sanpaolo baut faule Kredite ab

Gute Nachrichten unter den Großbanken liefert derzeit nur Intesa Sanpaolo, der Stabilitätsanker der Branche. Intesa hatte frühzeitig damit begonnen, faule Kredite abzubauen und die Kosten zu senken – das zahlt sich nun aus: Die Bank verdient Milliarden. Bis 2019 will das Intesa-Management die Problemkredite sogar unter das Vorkrisenniveau drücken, hatte Bankchef Carlo Messina erklärt.

Davon können andere Banken nur träumen. Sie befinden sich im Teufelskreis: Die Banken werden ihre Probleme nicht los, weil Italien in der Flaute feststeckt. Und weil der Bankensektor marode ist, leidet Italiens Wirtschaft weiter.

Monte dei Paschi in den Miesen

Bestes – oder in diesem Falle vielleicht eher schlechtestes – Beispiel für die Probleme der Branche ist Monte dei Paschi di Siena. Oder wie italienische Medien die Bank auch gerne nennen: Monte dei Paschi di Stato, in Anspielung darauf, dass das Geldhaus vom Staat gestützt werden muss.

Die Bank wurde 1472 gegründet, das war 20 Jahre bevor Kolumbus Amerika entdeckte. Älter ist kein anderes Geldhaus der Welt. Jahrzehntelang war die Bank der Gönner der Stadt Siena in der Toskana. Sie finanzierte mit ihrer Stiftung Kunst, Kultur, Sport und soziale Projekte.

Zumindest war das so bis zum Jahr 2008, als sich Monte dei Paschi mit der Übernahme der Bank Antonveneta schwer verhob. Das Traditionshaus wollte bei den Großen der Branche mitspielen – doch die globale Finanzkrise riss auch Monte dei Paschi mit.

apa/dpa

stol