Donnerstag, 01. Juli 2021

Mediaset will länderübergreifende Zusammenschlüsse

Der italienische Medienkonzern Mediaset sieht sich auf gutem Weg zu länderübergreifenden Zusammenschlüssen mit anderen Branchenfirmen und macht ProSiebenSat.1 neue Avancen.

Der Mediaset-Sitz in Mailand.
Der Mediaset-Sitz in Mailand. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI / Z57
Bei den Plänen zur Konsolidierung des Fernsehsektors in Europa sei man derzeit in Gesprächen mit potenziellen Partnern, sagte Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi am Donnerstag zu Journalisten.

Es solle eine Medienfabrik als Teil des europäischen TV-Projekts geschaffen werden. Der Sohn des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bekräftigte, dass eine engere Kooperation bis hin zu einem Zusammengehen mit dem deutschen ProSieben-Konzern großen Wert schaffen würde. Die Italiener sind größter Aktionär der deutschen Fernsehkette. Diese hat eine Fusion mit Mediaset bisher immer abgelehnt.

ProSieben-Chef Rainer Beaujean hatte erst jüngst auf der Hauptversammlung erklärt, sein Unternehmen sei stark genug für eine Zukunft auf eigenen Beinen. Man würde zwar alle Vorschläge von interessierten Investoren ergebnisoffen prüfen, sehe aber als selbst breit aufgestelltes Unternehmen in einem Zusammenschluss mit traditionellen Medienfirmen – national oder international – kaum Sinn. Kostensynergien seien grenzübergreifend im lokalen Mediengeschäft kaum zu realisieren und würden „auf nationaler Ebene durch Dissynergien neutralisiert“, so Beaujean Anfang Juni.

Mediaset-Chef Berlusconi kündigte zudem an, er könne sich vorstellen, ein Angebot für den britischen TV-Sender Channel 4 abzugeben, falls dieser zum Verkauf stehen sollte. Auf die Frage, ob Mediaset mit Vivendi in Europa kooperieren könnte, sagte Berlusconi: „Sag niemals nie.“ Mediaset hat vor kurzem einen jahrelangen Rechtsstreit mit seinem französischen Großaktionär beigelegt. Dieser hatte auch die Europa-Pläne der Italiener blockiert. In der Branche wird nun spekuliert, dass Mediaset stärker an ProSieben heranrücken könnte. Die Italiener wollen ihren Firmensitz in die Niederlande verlegen, europaweit wachsen und ProSieben dabei haben.

dpa/apa

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