Sonntag, 22. April 2018

Medizinkonzern Fresenius bläst milliardenschwere US-Übernahme ab

Der Medizinkonzern Fresenius hat die geplante 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Konzerns Akorn platzen lassen. Das Unternehmen habe beschlossen, die Übernahmevereinbarung zu kündigen, weil Akorn mehrere Vollzugsvoraussetzungen nicht erfüllt habe, teilte der Dax-Konzern am Sonntagabend mit.

Der Medienkonzern Fresenius bezweifelt die Datenintegrität des US-Konzerns Akorn.
Der Medienkonzern Fresenius bezweifelt die Datenintegrität des US-Konzerns Akorn. - Foto: © shutterstock

Unter anderem habe es schwerwiegende Verstöße gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA bezüglich der Datenintegrität bei Akorn gegeben. Das habe die von Fresenius eingeleitete, unabhängige Untersuchung zu Tage gefördert.

Das Angebot, mehr Zeit zu bekommen, um selbst weiter zu prüfen und Fresenius zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen, hätten die Amerikaner abgelehnt.

Akorn soll gegen Regeln der FDA verstoßen haben

Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte hinter den geplanten Zukauf Ende Februar schon ein großes Fragezeichen gemacht, da aber noch von „angeblichen Verstößen“ gesprochen. Akorn produziert Cremes und Salben. Dem Konzern wird vorgeworfen, bei der Datenintegrität und Produktentwicklung gegen Regeln der FDA für die Zulassung von Medikamenten verstoßen zu haben.

Die umstrittene Übernahme wurde für Fresenius damit zur Dauerbaustelle: Ursprünglich wollte Fresenius den Zukauf Anfang 2018 abschließen, aber auch die kartellrechtliche Prüfung zog sich. Zudem steht Akorn derzeit unter Preisdruck und lieferte jüngst schwache Ergebnisse. Daher wuchs die Sorge, Fresenius könne sich bei dem geplanten Zukauf verhoben haben.

dpa

stol