Mittwoch, 11. Oktober 2017

Meldung schon nach einem Tag Krankenstand verpflichtend

Ab Donnerstag, 12. Oktober, müssen auch Unfälle, die nur eine Abwesenheit von einem Arbeitstag zur Folge haben, dem Unfallversicherungsinstitut INAIL mitgeteilt werden. Für die Arbeitgeber bedeutet dies einen deutlichen Mehraufwand, beanstandet der Bauernbund.

Auch wenn der Verletzte nur einen Tag nach dem Arbeitsunfall fehlt, muss dies künftig gemeldet werden.
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Auch wenn der Verletzte nur einen Tag nach dem Arbeitsunfall fehlt, muss dies künftig gemeldet werden. - Foto: © shutterstock

Wenn der Arbeitnehmer auch nur einen einzigen Tag zusätzlich zum Tag des Unfalls von der Arbeit fernbleibt, muss die Meldung erfolgen. Bisher war diese Verpflichtung nur bei einer Genesungsdauer von mehr als 3 Tagen (zusätzlich zum Tag des Unfalls) vorgesehen. 

Doppelte Daten

Hinzu kommt, dass die Meldung selbst recht umfangreich ist und eine Fülle von Daten abgefragt werden.

„Neben neuen Daten müssen bei einem Arbeitsunfall auch solche Daten telematisch mitgeteilt werden, die das INAIL eigentlich schon hat. Somit müssen ein und dieselben Daten zweimal übermittelt werden“, bemängelt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner.
Wer die Meldung unterlässt, zahlt eine Verwaltungsstrafe zwischen 548 Euro und 1.972,80 Euro.

Plattform läuft nicht

Ärgerlich sei zudem, dass der Start der neuen Meldung am 12. Oktober zwar seit längerem bekannt ist, die entsprechende Plattform aber noch nicht zur Verfügung steht. „Außerdem wird es wohl wieder die üblichen Anfangsschwierigkeiten geben“, befürchtet Rinner. 

Der ganze zusätzliche Aufwand sei letztlich nur zu statistischen und Informationszwecken nötig. Das INAIL plant nämlich ein nationales Informationssystem für die Prävention am Arbeitsplatz (Sistema informativo nazionale per la prevenzione - SINP). Davon erwartet sich die Behörde eine bessere Planbarkeit und eine effizientere Auswertung von Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung von Unfällen und zum Gesundheitsschutz.

„Ob mit mehr statistischen Daten Unfälle verhindert werden können, kann zumindest stark bezweifelt werden“, so Rinner.

Was hingegen bereit jetzt sicher ist: Der bürokratische Aufwand besonders für kleine Betriebe wird mit dieser Neuerung weiter zunehmen.  

stol

stol