Italienweit wurden heuer 22 Sterne neu vergeben – und gleich zwei davon gingen nach Südtirol. Mit dem Restaurant „Porcino“ im Hotel Badia Hill in Abtei und der „Gourmetstube 1897“ im Hotel Quellenhof Passeier steigen zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen ambitionierte Häuser in die Sterne-Liga auf. Beide Betriebe setzen auf regionale Handschrift, präzises Handwerk, Kreativität, Beständigkeit und eine klare kulinarische Identität – Kriterien, die für die Michelin-Inspektoren entscheidend sind. Die Gesamtzahl der Sternelokale steigt mit den Neuzugängen auf 21. <h3> Wer in den neuen Sternerestaurants Regie führt</h3>Marco Verginer kocht im „Porcino“ eine reduzierte, produktorientierte Küche, die stark auf alpine Zutaten, Pilze und Kräuter aus der Umgebung von Abtei setzt. Mediterrane Elemente ergänzen den regionalen Fokus. Seine Gerichte sind präzise aufgebaut und folgen einer klaren, saisonalen Linie. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1240215_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Michael Mayr, geboren in Schwaz (Nordtirol), leitet die Küche der „Gourmetstube 1897“ im Quellenhof Passeier. Er arbeitet überwiegend mit Produkten aus dem Passeiertal und setzt auf eine Küche, die regionale Traditionen aufgreift und in eine moderne Form überführt. Enge Kooperationen mit lokalen Betrieben prägen seinen Ansatz. Unter seiner Führung hat sich das Lokal zu einem Fixpunkt der Südtiroler Gourmetlandschaft entwickelt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1240218_image" /></div> <h3> 21 Sternerestaurants in Südtirol</h3>An der Spitze der Südtiroler Gastronomie – laut Michelin – bleibt weiterhin das „Atelier Moessmer“ in Bruneck mit Norbert Niederkofler, das auch 2026 mit drei Sternen im exklusiven Kreis der 15 besten Restaurants Italiens vertreten ist. Dahinter behaupten das „Castel Fine Dining“ in Dorf Tirol mit Gerhard Wieser und das „Terra“ in Sarnthein unter Heinrich Schneider ihre Position als Zwei-Sterne-Häuser.<BR /><BR />Die große Gruppe der Ein-Stern-Restaurants bleibt bemerkenswert stabil. Neben den beiden neuen Sterneträgern „Porcino“ und „Gourmetstube 1897“ führen zahlreiche etablierte Betriebe ihre Auszeichnung fort – darunter die „Gourmetstube Einhorn“ in Mauls, die „Apostelstube“ in Brixen, „Kuppelrain“ in Kastelbell, „La Stüa de Michil“ in Corvara, „Tilia“ in Toblach, die „Luisl Stube“ in Algund, „Sissi“ und „In Viaggio“ in Meran, „Prezioso“ in Fragsburg, „Schöneck“ in Pfalzen, „Johannesstube“ in Welschnofen, „Anna Stuben“ in St. Ulrich sowie „Alpenroyal Gourmet“ und „Suinsom“ in Wolkenstein, und schließlich die „Osteria Acquarol“ und „Zur Rose“ in Eppan. <BR /><BR />Mit dem „Löwen“ in Tisens fällt heuer ein Stern weg. Nach dem Tod von Anna Matscher, die das Haus über Jahrzehnte geprägt hat, bestätigten die Tester den Stern zunächst nicht. Das ist in solchen Fällen durchaus üblich, weil die Kontinuität der Küche neu eingeschätzt werden muss.<h3>Die Nachhaltigkeits-„Sterne“</h3>Auch im Bereich Nachhaltigkeit gab es neue Auszeichnungen. Die „Grünen Sterne“ gingen heuer an den „Kircherhof“ in Albeins mit Küchenchef Wolfgang Schmidl und an das „Johanns“ im Amonti Chalet Resort in Mühlen mit Tina Marcelli, die in Vergangenheit bereits einen „Grünen Stern“ fürs „Artifex“ im Hotel Feuerstein in Pflersch erkochen konnte. <h3> Capraro ist „Sommeliére des Jahres“</h3>Besondere Anerkennung erhielt heuer auch Ivana Capraro, Sommeliére im Zwei-Sterne-Restaurant „Castel Fine Dining“ in Dorf Tirol. Gebürtig aus Apulien, lebt sie seit vielen Jahren in Südtirol und prägt mit ihrem ruhigen, analytischen Zugang zum Wein den Service des Hauses. Michelin zeichnete sie als „Sommeliére des Jahres“ aus – eine Würdigung ihrer fachlichen Kompetenz und ihres sensiblen Gespürs für stimmige Weinbegleitungen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1240221_image" /></div> Zu den acht Gewinnern in der Kategorie „Passion Dessert“ gehörte mit dem „Alpenroyal Gourmet“ in Wolkenstein ebenfalls ein Haus aus Südtirol.