Die Vorstellung des wohl wichtigsten Gastroführers samt Sternenverkündung fand diesmal in Modena statt, genauer im „Teatro Comunale Pavarotti-Freni“. Anwesend war die Speerspitze der italienischen Gastronomie. <BR /><BR />Zu ebendieser zählt seit vielen Jahren auch ein Südtiroler: Norbert Niederkofler. Zwar werden von Michelin streng genommen nicht Köche, sondern Restaurants mit Sternen dekoriert. Weil aber vorwiegend die Leistung des Küchenteams bzw. das, was sie auf den Teller zaubern, bewertet wird, sind Sterne eng mit der Persönlichkeit des Küchenchefs verknüpft. Oder anders: Er ist der Hauptverantwortliche, wenn es um die Sterne geht. <BR /><BR />Niederkoflers „Atelier Moessmer“ wird in der „Guida Michelin 2025“, im zweiten Jahr seines Bestehens, mit der Höchstnote versehen. Zuvor erkochte der Luttacher Ausnahmekoch ab 2001 für das „St. Hubertus“ in St. Kassian zunächst einen,ab 2008 zwei und ab 2017 (in der „Guida Michelin 2018“) drei Sterne. Im Februar 2023 beendete er sein Engagement im Gadertal und wagte im Juli desselben Jahres mit dem „Atelier Moessmer“ einen Neuanfang. Dem Lokal gelang es auf Anhieb drei Sterne zu ergattern. Nun kam die Bestätigung, dass das Restaurant auch weiterhin zum kleinen Kreis der 14 Drei-Sterne-Restaurants italienweit zählen darf. „Es ist eine große Ehre und Anerkennung, die uns mit Stolz erfüllt“, so Niederkofler zu diesem Medium. Der Verdienst gebühre vor allem dem gesamten Team des „Atelier Moessmer“ mit Mauro Siega (Executive Chef) und Restaurant-Manager Lukas Gerges, sowie allen Mitarbeitern, die „unermüdlich im Service, in der Küche und hinter den Kulissen arbeiten“. Dank ihrer Leidenschaft und Hingabe sei es gelungen, dieses Ziel zu erreichen und die Philosophie des „Cook the mountain“ zu stärken. „Wir werden weiterhin daran arbeiten, uns zu verbessern – im Einklang mit unserer Region und mit dem Ziel, ein ethisches und authentisches kulinarisches Erlebnis zu bieten.“<h3> Südtirols weitere Sternelokale</h3>Hinter der Nummer 1 am Gourmethimmel in Südtirol, hat sich das Feld etwas ausgedünnt. Mit dem „Castel Fine Dining“ in Dorf Tirol und Chefkoch Gerhard Wieser, und dem Restaurant „Terra“ mit Heinrich Schneider zählt Südtirol heuer nur noch 2 Lokale mit zwei Sternen. Die „Gourmetstube Einhorn“ mit Küchenchef Peter Girtler konnte die zwei Sterne heuer nicht bestätigen, ergatterte aber einen Stern, so wie 16 weitere Restaurants in Südtirol. Und zwar: „Apostelstube“ (Brixen), „Kuppelrain“ (Kastelbell), „La Stüa de Michil“ (Corvara), „Tilia“ (Toblach), „Luisl Stube“ (Algund), „Sissi“ (Meran), „In Viaggio“ (Meran), „Prezioso“ (Meran), „Schöneck“ (Pfalzen), „Johannesstube“ (Welschnofen), „Anna Stuben“ (St. Urlich), „Alpenroyal Gourmet“ (Wolkenstein), „Suinsom“ (Wolkenstein), „Osteria Acquarol“ und „Zur Rose“ in Eppan sowie „Zum Löwen“ in Tisens. Nicht mehr in der Riege der Sternelokale ist das „1908“ in Oberbozen. <h3> 2 neue „Grüne Sterne“</h3>Neue Sternelokale hat Südtirol in diesem Jahr keine vorzuweisen, dafür aber 2 Lokale, die erstmals einen „Grünen Stern“ erhielten, die für eine nachhaltige Philosophie in der Küche stehen. Diese Auszeichnung ging ans „Artifex“ in Pflersch mit Küchenchefin Tina Marcelli und ans „Prezioso“ in Fragsburg bei Meran mit Egon Heiss. <BR /><BR />Zeit für einen Blick auf die Gesamtbilanz: Mit 20 Sternerestaurants platziert sich Südtirol im Vergleich der Provinzen auf Rang 3. In Front liegt Neapel mit 27 Sternelokalen, vor Rom mit 23. In der Michelin-Sterne-Rangliste der italienischen Regionen führt die Lombardei mit 61 Restaurants. An zweiter Stelle bleibt Kampanien mit 50 Restaurants, dahinter rangiert die Toskana mit 44.<h3> Was die Sterne bedeuten</h3>Was drücken die Sterne eigentlich aus? Die Sterne kennzeichnen Restaurants, die eine überdurchschnittlich gute Küche anbieten. Dabei bedeutet eine Auszeichnung mit einem Stern: „Eine Küche voller Finesse – einen Stopp wert!“. 2 Sterne bedeuten: „Eine Spitzenküche – einen Umweg wert!“. Und 3 Sterne bedeuten: „Eine einzigartige Küche – eine Reise wert!“. <BR /><BR />Die Historie des „Guide Michelin“ geht bis auf das Jahr 1900 zurück. Heute ist der „Guide Michelin“ der bekannteste Hotel- und Restaurantführer der Welt. Eine Auszeichnung im „Guide Michelin“ bzw. „Guida Michelin“, wie die italienische Länderausgabe heißt, zu erhalten, ist für viele Köche und Gastronomen das große Ziel. Übrigens: Die italienische „Guida Michelin“ erscheint heuer zum 70. Mal; Sterne werden seit 1959 vergeben. Von Anfang an mit dabei ist die „Clinica Gastronomica Arnaldo“ in Rubiera (Reggio Emilia), die bis heute einen Michelin-Stern trägt.