Freitag, 11. Oktober 2019

Michl Ebner erläutert die wirtschaftliche Situation Italiens

Vom 10. bis zum 13. Oktober findet in Cadenabbia am Comer See, im Konferenzzentrum der Konrad Adenauer Stiftung, eine Tagung der CDU/CSU-Gruppe in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament zum Thema „Europapolitische Schwerpunkte 2019 – 2024“ statt. Handelskammerpräsident Michl Ebner hielt am Donnerstag bei der Eröffnungsveranstaltung eine Präsentation über die wirtschaftliche Situation Italiens.

Im Bild von links nach rechts: Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei, Angelika Niebler, Stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen und Daniel Caspary, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.
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Im Bild von links nach rechts: Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei, Angelika Niebler, Stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen und Daniel Caspary, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament. - Foto: © HK
Darüber hinaus sprach er auch über den Verkehr auf der Brennerachse und informierte über die aktuellen politischen Verhältnisse in Italien.
Die Schuldenquote Italiens ist wesentlich höher als jene von Österreich und Deutschland. Durch einen hohen Spread steigen die Schulden weiter. Seit die neue Regierung im Amt ist, ist der Spread wieder ein wenig gesunken, was sich positiv auf die Zinslast Italiens auswirkt.

Die Gesamtexporte aus Italien stiegen seit 2009 kontinuierlich an. Mittlerweile belaufen sie sich auf über 450 Milliarden Euro im Jahr. Deutschland exportierte im vergangenen Jahr Waren im Wert von ungefähr 70 Milliarden Euro nach Italien. Im Ländervergleich weist Italien 2018 mit 10,6 Prozent eine wesentlich höhere Arbeitslosenquote als Österreich mit 4,8 und Deutschland mit 3,4 Prozent auf.

Neben dem Export nahm der Verkehr auf der Brennerachse in den vergangenen Jahren stetig zu. Dies war sowohl beim Güter- als auch beim Personenverkehr der Fall. „Über die Brennerautobahn verkehren wesentlich mehr LKW als auf allen anderen Alpenpässen, weshalb diese immer öfter an ihre Grenzen stößt. Es ist wichtig in Zukunft einen Teil des Verkehrs auf die Schiene zu verlagern. Die Zulaufstrecken und ein Güterterminal nahe München müssen dringend gebaut werden“, führte Handelskammerpräsident Michl Ebner in seinem Vortrag aus. Einseitige Fahrverbote sind nicht zielführend. Um die Brennerachse zu entlasten, müssen länderübergreifende Lösungen erarbeitet werden.

Viele Italiener/innen emigrieren aus Arbeitsgründen ins Ausland. Von allen italienischen Provinzen wandern prozentmäßig am meisten Personen zwischen 18 und 39 Jahren von der Provinz Bozen ins Ausland aus. „Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass viele Südtiroler/innen im Ausland studieren und nach ihrem Studienabschluss in ihrem Studienort bleiben. Daneben trägt die Grenznähe von Südtirol zur Abwanderung bei. Die Zweisprachigkeit der Südtiroler/innen macht sie für ausländische Arbeitgeber besonders interessant“, erklärte Handelskammerpräsident Michl Ebner in seinem Vortrag die Hintergründe dieser Tatsache.
Abschließend analysierte Handelskammerpräsident Michl Ebner für die CDU/CSU-Gruppe in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament noch die politische Situation in Italien.

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