Dienstag, 20. Oktober 2020

Microsoft baut Cloud-Rechenzentrum um 1 Milliarde Euro

Der US-Technologiekonzern Microsoft will in den nächsten 2 bis 4 Jahren rund eine Milliarde Euro in sein erstes Cloud-Rechenzentrum in Österreich investieren.

Das Milliarden-Projekt soll 29.000 Jobs in Österreich schaffen. - Foto: © APA (AFP/Symbolbild) / GERARD JULIEN
Österreich werde damit eine von künftig 64 solcher Rechenzentrumsregionen sein, kündigte Microsoft-Österreich-Chefin Dorothee Ritz am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) an. Das Projekt soll bis zu 29.000 Arbeitsplätze schaffen.

Der Marktforscher IDC habe den gesamtwirtschaftlichen Nutzen eines solchen Rechenzentrums für die nächsten 4 Jahre mit mehr als 2 Mrd. Euro berechnet, sagte Ritz.

„Das ist ein dringend benötigtes Wirtschaftswachstum und schafft zusätzliche 29.000 Arbeitsplätze in den nächsten 4 Jahren“, nicht nur bei Microsoft selbst, sondern auch bei Kunden und lokalen Partnerfirmen.

„Unser erklärtes Ziel ist es, eines der besten Länder Europas im Bereich der Digitalisierung zu sein“, sagte Kurz, „weil wir wissen, dass unsere Wirtschaft, unsere Industrie nur wettbewerbsfähig bleiben kann, wenn wir in diesem Bereich besonders gut aufgestellt sind.“

Es werde sich um mehrere Rechenzentren handeln, die sich gegenseitig sichern, erklärte Ritz, die genauen Standorte könne man jedoch aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

Einen speziellen steuerlichen Anreiz für die Investition erhalte Microsoft nicht, sagte Schramböck. Microsoft stünden aber die allgemeinen Förderungen zur Verfügung, etwa die Investitionsprämie von 14 Prozent für digitale Investitionen.

Man werde steuerliche Anreize selbstverständlich auch in Betracht ziehen, sagte Ritz, „die Entscheidung für eine Rechenzentrumsregion beinhaltet aber über 35 Faktoren, steuerliche Anreize sind nur ein Teil davon“. Wichtig seien auch die Nähe zu Ballungszentren, Fachkräfte in der Region, Zugang zu Strom und sehr gute Netzwerk-Anbindung, nicht zuletzt aber auch der Bedarf von Kunden.

Es handle sich um die bei weitem größte Investition, die Microsoft je in Österreich gemacht habe, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith in einer eingespielten Video-Botschaft. Smith ist bei Microsoft Rechtsvorstand und die Nummer 2 hinter CEO Satya Nadella. Der Nutzen für Österreich sei beträchtlich, sagte Smith.

Das würden die Konsumenten, Unternehmen und der öffentliche Sektor unmittelbar bei der größeren Geschwindigkeit bemerken, aber es würden auch die Kosten sinken und die Sicherheit erhöht. „Wir geben mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr aus, um unsere Sicherheitstechnologie ständig zu verbessern. Wir haben mehr als 3000 Sicherheitsspezialisten, die für uns arbeiten.“

apa

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