Freitag, 30. Oktober 2015

Mietwagenunternehmer: Kooperation ist zukunftsweisend

Zum fünfzigjährigen Bestehen der Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh fanden im Safety Park Veranstaltungen rund um die Sicherheit der Schüler im Straßenverkehr, aber auch eine Fachtagung zum Gesetzesentwurf für das neue Landesgesetz des öffentlichen Nahverkehrs statt.

Martin Plattner, Obmann der Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh
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Martin Plattner, Obmann der Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh

Großer Andrang herrschte im Safety Park für die Fachtagung rund um das neue Landesgesetz zur Öffentlichen Mobilität der Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh.

„In 50 Jahren hat unsere Berufsgemeinschaft viel bewegt, und tut es auch heute noch. Zurzeit heißt das für uns, die Interessen der KMUs des Transportsektors in der Ausarbeitung des neuen Landesmobilitätsgesetztes einzubringen“, eröffnete Berufsobmann Martin Plattner die Tagung. Der Sektor des Personentransports habe in den letzten Jahren nicht nur an Bedeutung zugenommen, sondern sei auch stetig dem Wandel der Zeit unterworfen.

„Ziele des Mobilitätsgesetz sind: die Anpassung an die EU-Richtlinie 1370 von 2007, die Vereinfachung und Zusammenfassung der verschiedenen Gesetze zum öffentlichen Personentransport sowie die Förderung des Wettbewerbs im Einklang mit den lokalen Wirtschaftskreisläufen“ erklärte Günther Burger, Direktor des Amts für Personenverkehr, bei der Vorstellung des Gesetzesentwurfes.

Bei der Ausarbeitung der neuen Regelung pochte vor allem der lvh-Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister auf die Aufteilung der Ausschreibungen in Lose.

"Kein unerreichbarer Ort in Südtirol"

„Es gibt durch den Dienst der Mietwagen- und Kleinbusunternehmer keinen Ort in Südtirol mehr, der nicht erreichbar ist. Das trägt entscheidend zu Nahversorgung und Lebensqualität in den Gemeinden bei. Bei der Vergabe heißt es deswegen, vor allem die lokalen Gegebenheiten miteinzubeziehen und die Rahmenbedingungen anzupassen.“ betonte lvh-Präsident Gert Lanz. „Das neue Mobilitätsgesetz wird in den nächsten Wochen im Landtag diskutiert, wobei noch Abänderungsanträge eingebracht werden können.“, berichtete Landtagsabgeordneter Oswald Schiefer.

„Das Ausschreibungsverfahren hat sich durch das neue Vergabegesetzt sicherlich zugunsten der KMU entwickelt, ein weiterer Schlüsselfaktor der Konkurrenzfähigkeit ist der Zusammenhalt der Kleinunternehmer.“ erklärte Schiefer. Experte Paolo Malaguti, der die Ausschreibungen zum Personentransport in Norditalien verfolgt, erklärte, dass die Provinz Bozen bereits eine Vorzeigeregelung habe.

„Verschiedene Betriebe sind rund um Verona und Vicenza bei Ausschreibungen zum Personenverkehr drastisch von externen Anbietern unterboten worden und verloren so ihre Existenzgrundlage. Die Dienste kamen dann gar nicht oder nicht für die gesamte Dauer der Ausschreibung zustande.“ so Malaguti. Auch in Deutschland gibt es bereits seit Jahren Erfahrung mit der Umsetzung der EU-Richtlinien im Mobilitätssektor.

Zahlen und Tendenzen vorgestellt 

 

Die Experten Dirk Dannenfeld und Dominic Kuhn stellten die Zahlen und Tendenzen vor und unterstrichen, dass ausschließlich Großkonzerne die größten Aufträge an Land zogen. „Seite 2010 sind es aber die mittelständischen Betriebe, die die meisten Ausschreibungen gewinnen, da es sich meist um kleinere Aufträge handelt.

Die Kooperation zwischen Kleinbetrieben ist dabei ausschlaggebend“, berichtete Dannenfeld. „Vorhandenen Zusammenschlüsse in diesem Sektor, wie es das Konsortium KSM in Südtirol ist, zeigen, dass der Vernichtung von Existenzgrundlagen unserer Klein-und Mittelbetriebe durch Zusammenhalt und Teamarbeit entgegengewirkt werden kann und muss“ schloss Obmann Martin Plattner.

stol