Montag, 29. April 2019

Milch in Südtirol: Trend zu Regionalität und Geschichte

2 große gesellschaftliche Trends sprechen für die Südtiroler Milchbauern und Milchhöfe: Der Trend hin zu einem bewussteren, regionalen Konsum, sowie jener hin zu Produkten, die eine Geschichte zu erzählen haben.

Erfreulich ist auch der Umsatz von knapp über 503 Millionen Euro, der 2018 bei den Milchhöfen zu verzeichnen war.
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Erfreulich ist auch der Umsatz von knapp über 503 Millionen Euro, der 2018 bei den Milchhöfen zu verzeichnen war. - Foto: © shutterstock

Die Geschichte hinter den Südtiroler Milchprodukten handle von Almen und Weiden, kleinen Höfen, von Bergbauernfamilien, der gebündelten Kompetenz der Milchhöfe sowie einer durch den Sennereiverband garantierten Qualität. „Konsumenten entscheiden sich beim Einkauf immer öfter für Produkte, die Einzigartigkeit versprechen und sich von Massenprodukten abheben“, so Reinalter.  

Und weil man mit der Sensibilisierung für Qualität, Herkunft und Kontrolle nicht früh genug beginnen könne, laufe auch das Milchschulprojekt des Verbandes erfolgreich. So sind 2018 nicht weniger als 260 Klassen mit mehr als 2000 Drittklässlern in den Genuss des Projektes gekommen.

„Südtirol Heute“ hat ebenfalls davon berichtet.

Regionalität als Trumpf

Regionalität ist der zweite gesellschaftliche Trend, auf den die Südtiroler Milchwirtschaft setzt. „Studien von Zukunftsforschern gehen davon aus, dass 2030 schon rund 70 Prozent eines Supermarktsortiments aus regionalen Produkten bestehen wird“, berichtet Reinalter.

Stabile Mengen, steigende Qualität

Mengenmäßig entwickelt sich die Südtiroler Milchwirtschaft stabil. Die Menge angelieferter Kuhmilch etwa lag 2018 bei 405,8 Millionen Kilogramm (davon 13,9 Millionen Kilogramm Biomilch), jene der Ziegenmilch ist um rund 3 Prozent auf 1,44 Millionen Kilogramm gestiegen.

Verbesserte Hygiene und Tiergesundheit

 „Unsere Rohmilchanalysen zeigen, dass die Qualitätsparameter Fett- und Eiweißgehalt steigen, während die Keimzahl stabil bleibt und die Zellzahl kontinuierlich sinkt, was für eine noch weiter verbesserte Hygiene und Tiergesundheit spricht“, erklärt Annemarie Kaser, Direktorin des Sennereiverbandes.

Sie verweist auf eine lückenlose Qualitätskontrolle entlang der gesamten Produktionskette. Diese beginnt mit rund 2500 Hofberatungen des Sennereiverbandes jährlich, setzt sich über die Kontrolle der Milchsammelwagen und der Rohmilch fort und endet mit umfassenden Kontrollen in den Milchhöfen und der Produkte.

Stabile Preise und leichtes Umsatzplus

Während 2018 europaweit erneut Einbußen von über 2 Prozent beim Milchpreis zu verzeichnen waren, entwickelte sich der Südtiroler Milchpreis stabil und belief sich auf 50,64 Cent pro Kilogramm.

Erfreulich ist auch der Umsatz von knapp über 503 Millionen Euro, der 2018 bei den Milchhöfen zu verzeichnen war. Das damit erzielte Plus von knapp über 2 Prozent und die daran hängenden mehr als 1000 Arbeitsplätze im Land sind vor allem der leicht gestiegenen Menge und einer weiterhin konsequenten Veredelung zu verdanken.

Sorgen bereitet Minus bei Betrieben und Plus bei Kosten

Sorgen bereiten indes die steigenden Kosten vor allem bei Verpackung, Energie und Entsorgung sowie die kostenintensiven steigenden Anforderungen der Handelsketten.

2018 gab es noch 4691 aktive Milchlieferanten. „Das sind im Vergleich zu 2017 85 und zum Jahr 2000 fast 1500 weniger“, so der Obmann. Durchschnittlich stehen in den Ställen der Betriebe gerade einmal 15 Milchkühe.

Beste Milch kommt aus Prettau

Wie es bereits Tradition ist, wurde im Rahmen der Vollversammlung des Sennereiverbandes Südtirol auch der beste Milchlieferant des Landes ausgezeichnet, jener Betrieb also, dessen Milch die besten Qualitätswerte aufzuweisen hat.

In diesem Jahr ist Franz Innerbichler vom Götschhof in Prettau der Landesbeste, auch wenn die Voraussetzungen alles andere als optimal sind: Die Wiesen des Götschhofes sind steil, die Heuernte muss zum Großteil von Hand gezogen und getragen werden und im Stall stehen gerade einmal 4 Melkkühe.

Franz Innerbichler vom Götschhof in Prettau ist der Landesbeste Milchliferant.

Franz Innerbichler vom Götschhof in Prettau ist der Landesbeste Milchliferant.

Hand in Hand arbeiten am Götschhof Bauer Franz und seine Frau Paula, ihre drei Kinder und Franz‘ Vater, geliefert wird die Milch an die Bergmilch Südtirol.

stol

stol