Freitag, 22. April 2022

Finanzielle Unterstützung für Bauern: 300 Euro pro Kuh

300 Euro für die ersten 30 Milchkühe pro Betrieb und insgesamt 15 Millionen Euro an finanzieller Unterstützung. Dies ist das Ergebnis des „Milchtischs“, bei dem über finanzielle Hilfen für die Milchbauern in Südtirol verhandelt wurde.

Unterstützungen zum Erhalt der Bergbauernhöfe seien unabdingbar. - Foto: © shutterstock

Die hohen Produktionskosten, der niedrige Milchpreis sowie die stark gestiegenen Futtermittel- und Energiekosten aufgrund der Ukrainekrise haben Südtirols Milchwirtschaft in eine schwierige Situation gebracht.

Bei einem Treffen zwischen Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Vertretern des Südtiroler Bauernbundes und der Milchwirtschaft wurden am Freitag mögliche Lösungen diskutiert.

Ziel sei es den Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe langfristig sicherzustellen, betont Schuler. „Diese produzieren nämlich nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern leisten auch für den Erhalt der Biodiversität und die Landschaftspflege einen unverzichtbaren Beitrag.“

Maßnahmen, um die Berglandwirtschaft zu erhalten, seien deshalb dringend notwendig. „Einerseits braucht es eine unmittelbare Unterstützung, um die gestiegenen Kosten abfedern zu können, auf der anderen Seite sind mittel- und langfristige Maßnahmen notwendig, um das Einkommen der Landwirte aus der Produktion zu verbessern,“ so Schuler.

300 Euro für die ersten 30 Milchkühe pro Betrieb

Nun wird die erste Unterstützungsmaßnahme zugesichert: Bei einer Mindestzahl von drei Milchkühen werden noch im heurigen Jahr für die ersten 30 Milchkühe 300 Euro pro Tier ausbezahlt.

Insgesamt werden rund 15 Millionen an Soforthilfen aus dem Landeshaushalt sichergestellt“, schätzt Landeshauptmann Kompatscher. Voraussetzung für die Betriebe ist die flächendeckende Bewirtschaftung. Eine analoge Unterstützung werde es auch für die milchliefernden Ziegenbetriebe geben.

In Südtirol sind heute nur mehr 8 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, wobei der durchschnittliche Bergbauernbetrieb sechs Hektar Fläche bewirtschaftet und 14 Kühe hält.

Um dem veränderten Konsumverhalten und dem globalisierten Markt unter den gegebenen Voraussetzungen Stand zu halten, haben sich die bäuerlichen Familienbetriebe anpassen müssen und über die Milchhöfe genossenschaftlich organisiert. Da die landwirtschaftliche Produktion unter den neuen Vorzeichen vermehrt erschwert wurde, seien die Unterstützungen zum Erhalt der Bergbauernhöfe unabdingbar.

Beim „Milchtisch“ am heutigen Freitagvormittag wurde auch schon über Unterstützungen aus dem Landeshaushalt für das nächste Jahr gesprochen. Deren Höhe wird von der Marktsituation und von etwaigen Hilfsgeldern des Staates abhängen.

Termine für Anträge folgen in Kürze

Die Termine für die Anträge für das Jahr 2022 werden rechtzeitig bekannt geben. Die Ansuchen können bei der Abteilung Landwirtschaft eingereicht werden. Die Auszahlungen erfolgen im Spätherbst.

lpa/stol

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