Montag, 12. November 2018

Mindestsicherung: Südtiroler profitieren am wenigsten davon

9 Milliarden Euro wird den italienischen Staatskassen 2019 die Einführung des „Reddito di cittadinanza“ kosten. 2,5 Millionen italienische Familien werden im kommenden Jahr die Mindestsicherung beziehen, einen Eckpfeiler im wirtschaftspolitischen Programm der 5-Sterne-Bewegung. Südtirol wird laut einer Studie der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ die italienische Provinz sein, die am geringsten von der Sozialmaßnahme profitieren wird.

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Lediglich 2,3 Prozent der Südtiroler Familien - 5100 Haushalte - haben aufgrund ihrer Einkommens- und Vermögenserklärung (ISEE) Recht auf den „Reddito di cittadinanza“, der von Familien mit einem Jahreseinkommen mit zu 9360 Euro beansprucht werden kann.

Damit ist Südtirol das Schlusslicht im Ranking der 110 italienischen Provinzen, was die Zahl der Familien mit Recht auf Mindestsicherung betrifft. Auch das Trentino zählt auf Platz 106 zu den Schlusslichtern unter den Provinzen, die am stärksten von dem „Reddito di cittadinanza“ profitieren würden. 3,9 Prozent der Trentiner Familien hätten Recht auf die Mindestsicherung, was 9100 Haushalten entspricht.

Provinz in Kalabrien profitiert am meisten

Am stärksten wird die Provinz Crotone in Kalabrien von der Mindestsicherung  profitieren. 27,9 Prozent der Familien hätten dort laut ISEE-Erklärungen Recht auf die Mindestsicherung. Auf Platz 2 kommt Neapel, gefolgt von Palermo und Caltanissetta.

Laut einer neu veröffentlichten Studie des Instituts Svimez werden 63 Prozent der für die Mindestsicherung zur Verfügung gestellten Gelder in Richtung Süditalien fließen. Die 5-Sterne-Bewegung erhofft sich von der Einführung der Grundsicherung, in Italien „die Armut zu besiegen“.

Für Menschen im Erwerbsalter ist der Bezug der Leistung - 780 Euro pro Monat mit Zuschlägen für Familienmitglieder - mit der Pflicht verbunden, Arbeitsangebote anzunehmen. Bei der dritten Ablehnung soll die Leistung gestrichen werden. Alternativ ist die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen und die Ableistung gemeinnütziger Arbeit für 8 Stunden pro Woche vorgesehen.

apa/mit

stol