Dienstag, 30. August 2016

Mitsubishi: Sprit-Skandal betrifft 8 weitere Modelle

Der Skandal um manipulierte Spritverbrauchstests bei Mitsubishi betrifft nach Angaben des japanischen Verkehrsministeriums 8 weitere Modelle. Eine Untersuchung habe ergeben, dass der Autobauer auch bei Geländewagen wie „Outlander“ oder „Pajero“ geschummelt habe, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

8 weitere Mitsubishi-Modelle sind vom Sprit-Skandal betroffen.
8 weitere Mitsubishi-Modelle sind vom Sprit-Skandal betroffen. - Foto: © APA/AFP

Mitsubishi darf die Modelle auf dem heimischen Markt nun bis zur Richtigstellung der Werte nicht mehr verkaufen. Dies werde voraussichtlich wenige Wochen dauern. Dennoch bedeutet dies einen weiteren Rückschlag für Japans sechstgrößten Autobauer.

Der Marktwert von Mitsubishi brach ein

In der Spitze habe die Abweichung 8,8 Prozent zum ausgewiesenen Wert betragen, teilte das Ministerium mit. Im Frühjahr war nachgewiesen worden, dass Mitsubishi bei 4 Kleinwagen-Modellen getrickst hat; 2 davon wurden für Nissan produziert.

Mitsubishi gab zu, 25 Jahre lang Spritverbrauchstests manipuliert zu haben und räumte bereits ein, dass weitere Modelle betroffen sein könnten. Der Marktwert des Unternehmens brach ein.

Nissan übernahm die Kontrolle

Wegen der Verkaufseinbußen und Schadenersatzzahlungen rechnete Mitsubishi bislang in diesem Geschäftsjahr mit einem außerordentlichen Verlust von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro. Aufgrund der Kosten für die 8 weiteren betroffenen Modelle falle ein zusätzlicher Sonderverlust von umgerechnet rund 60 Millionen Euro an, teilte der Konzern mit.

Ein zu Monatsanfang vorgelegter interner Bericht führt die Manipulationen auf Versagen des Managements zurück, weil sich der Konzern zu sehr auf Einsparungen konzentriert habe. Nissan stimmte im Zuge des Skandals zu, für umgerechnet 2 Milliarden Euro bei dem in Turbulenzen geratenen Rivalen einzusteigen und dort die Kontrolle zu übernehmen. Wie der von einem Abgasskandal erschütterte Volkswagen-Konzern ist Mitsubishi mit Schadenersatzforderungen konfrontiert.

apa/reuters

stol