Es wäre einer der größten Zusammenschlüsse im Genossenschaftswesen Südtirols: Mila aus Bozen und Brimi aus Brixen. Die beiden größten Milchhöfe des Landes liebäugeln bereits seit Längerem mit einer engeren Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck haben sie eine gemeinsame Studie in Auftrag gegeben, die die Potenziale einer Kooperation – bis hin zu einer Fusion – analysiert.<BR /><BR />„Die Ausgangsfrage lautete: Wie kann man den Milchpreis für unsere Mitglieder bestmöglich stabil halten und die Wertschöpfung steigern – im Alleingang, mit verstärkter Zusammenarbeit oder gar durch eine Fusion?“, erklärt Martin Mair, Geschäftsführer der Brixen Milch (Brimi), gegenüber s+. „Aus der Studie erhoffen wir uns nun eine klare Antwort darauf.“<h3> Ergebnisse im November erwartet</h3>An der Untersuchung sind zwei Beratungsfirmen beteiligt. „Es werden sowohl wirtschaftliche Aspekte wie quantitative und qualitative Potenziale und Know-how-Effekte als auch steuer- und personalrechtliche Fragen analysiert“, erklärt Matthias Baumgartner, Geschäftsführer von Mila. Anschließend sollen die Ergebnisse den Mitgliedern der Genossenschaften präsentiert werden. <BR /><BR />Mittlerweile befindet sich die Erhebung in der Schlussphase. Erwartet wird, dass die Ergebnisse der Studie im November den Vorständen beider Milchhöfe präsentiert werden.<h3>Marktposition stärken, um Wettbewerb standzuhalten</h3>Doch welche Vorteile erhofft man sich eigentlich? <BR /><BR />Fakt ist: Zusammen vereinen beide Betriebe drei Viertel der Milchbauernhöfe in Südtirol und kommen auf eine Menge von 270 Mio. Kilogramm Milch. Eine Fusion würde einen regionalen Riesen entstehen lassen, der sich auf dem hart umkämpften Markt eine deutlich stärkere Position sichern könnte. Gleichzeitig würde die Sortimentsbreite erheblich erweitert. Auch das sei laut Mair ein entscheidender Vorteil, um langfristig wettbewerbsfähig und resilient zu bleiben.<BR /><BR />Noch stehen keine Ergebnisse fest. Die Tendenz geht in der europäischen Milchwirtschaft jedoch klar in Richtung Kooperationen. Ein aktuelles Beispiel aus Europa: Im Juni 2025 kündigten Arla Foods aus Dänemark und die DMK Group aus Deutschland ihre Fusion an, um die größte genossenschaftlich organisierte Molkerei Europas zu bilden.<BR /><BR />Die Idee einer Fusion der beiden Südtiroler Milchhöfe bewegt sich zwar in einer anderen Größenordnung, steht jedoch vor dem gleichen Hintergrund: zunehmender Wettbewerbsdruck und der Wunsch nach Wachstum.