Die Union bekäme damit größeres Gewicht im Bemühen, Gaslieferungen aus der kaspischen Region zu sichern, hieß es in Kreisen der EU und der Öl- und Gasindustrie am Donnerstag.Die Nachfrage nach Gaslieferungen rund um das kaspische Meer ist groß. Vor allem Aserbaidschan mit dem Gasfeld Shah Deniz II steht im Fokus. Die Betreiber BP und Statoil wollen im Juni über den Zuschlag entscheiden. Gas soll erstmals 2015 gefördert werden.Nabucco und die Interconnector Turkey-Greece-Italy (ITGI) sollten daher die Kräfte bündeln, hieß es in den genannten Kreisen. Gleich vier Pipeline-Projekte konkurrieren nämlich um das Gas. Neben Nabucco wollen die ITGI und die Trans Adriatic Pipeline (TAP) die Gasvorkommen der Region anzapfen. Konkurrenz haben die drei noch durch South Stream, ein Projekt der Enel und der russischen Gazprom.Der Vorteil eines Zusammengehens wäre, vorerst über die billigere ITGI Gas aus Aserbaidschan zu beziehen. Damit würde zwar anfangs weniger Gas über Griechenland nach Italien strömen. In einem zweiten Schritt könnte dann aber die Leitung von der Türkei über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich gebaut werden, hieß es von einer mit beiden Projekten vertrauten Person. Die Leitung durch die Türkei würde gemeinsam gebaut beziehungsweise erweitert. Das brächte für alle Kostenvorteile.Seitens Nabucco hieß es dazu am Donnerstag, es gebe keine Gespräche mit der IGTI über eine Kooperation. Auch innerhalb des Konsortiums werde dies nicht diskutiert. Dem Konsortium gehören die deutsche RWE, die ungarische MOL, Bulgariens Bulgargaz, Rumäniens Transgaz und die türkische Bots an. Bislang hat das Konsortium keine Gaslieferverträger schließen können. Können demnächst solche geschlossen werden, würde nächstes Jahr mit dem Bau begonnen.Mit Nabucco will die EU die Abhängigkeit von russischem Gas vermindern. Die Leitung soll knapp 11 Mrd. Dollar (8,11 Mrd. Euro) kosten. Im Endausbau sollen rund 31 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa strömen.apa/reuters