Die Preise für Benzin und Diesel sind so hoch wie lange nicht. Hintergrund ist der kräftige Anstieg des Ölpreises. Die europäische Referenzsorte Brent hat zuletzt die Marke von 100 Dollar pro Fass überschritten – ein Mehrjahreshoch.<BR /><BR />Entsprechend groß ist die Verunsicherung. Viele erinnern sich an den massiven Energiepreisschock nach der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022, als das Barrel Rohöl zeitweise über 120 Dollar notierte und Treibstoffpreise von bis zu 2,40 Euro bittere Realität wurden. Doch die Marktmeinung ist diesmal eine andere: Die Händler rechnen aktuell nicht mit einer neuen Energiepreiskrise.<h3> Mittelfristig moderates Niveau wahrscheinlich</h3>Ein wichtiger Hinweis kommt vom sogenannten Terminmarkt. Dort wird Öl nicht nur für die sofortige Lieferung gehandelt, sondern auch für spätere Monate. Die dort veranschlagten Preise zeigen, was Händler heute glauben, dass Öl morgen kosten wird.<BR /><BR />Und genau hier zeichnet sich eine mögliche Entspannung ab. Während Brent für den Monat Mai bei rund 91 Dollar notiert, liegen die Preise für spätere Lieferungen deutlich darunter. Für Juni werden etwa 86,90 Dollar erwartet, für Juli rund 83,50 Dollar. Richtung Jahresende wird der Abstand zu den aktuellen Ständen noch größer: Für September liegt der Preis bei etwa 78 Dollar, für Dezember bei rund 74 Dollar pro Fass. Für Mitte 2027 wird Brent sogar nur noch bei rund 68,50 Dollar gehandelt.<BR /><BR />Preise in einer Bandbreite von etwa 70 bis 80 Dollar pro Fass gelten am Ölmarkt als moderat – hoch genug für die Förderländer, aber noch vergleichsweise gut verkraftbar für Wirtschaft und Haushalte. Übertragen auf die Spritpreise würde das ein deutlich niedrigeres Niveau als derzeit bedeuten.<h3> Was das für Verbraucher bedeutet</h3>Für Verbraucher heißt das: Sollte sich die geopolitische Lage stabilisieren oder das Angebot steigen, könnte auch der Preisdruck an den Zapfsäulen im Laufe des Jahres wieder spürbar nachlassen. Davon geht derzeit die Mehrheit der Händler aus. Garantien gibt es an den Märkten allerdings nie – dort werden Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten gehandelt, keine Gewissheiten.