Mittwoch, 06. Mai 2020

Nach der Krise: Online-Buchbarkeit für Südtiroler Betriebe maximieren

Nach dem Ende der Coronakrise, so ist sich IDM Südtirol sicher, werden noch mehr Urlaube als bisher online gebucht. Eine Initiative soll verhindern, dass Südtirols Tourismusbetriebe auf dem Abstellgleis stehen.

Online-Buchungen werden künftig immer wichtiger.
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Online-Buchungen werden künftig immer wichtiger. - Foto: © 48726348
In einem ersten Schritt werden hierfür in einer Befragung die Bedürfnisse der Betriebe erhoben.

Dabei geht es unter anderem um die Online-Buchbarkeit der weit mehr als 10.000 Südtiroler Hotels, Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe und Privatzimmervermieter.

„Derzeit sind nur etwa 40 Prozent aller Betriebe in Südtirol überhaupt online buchbar.Und dieser Vertriebskanal wird nach der Krise noch weit wichtiger als er es jetzt schon ist“, erklärt Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor bei IDM.

Die klassischen Gäste würden nach der Coronakrise vermutlich ausbleiben: „Ihr Urlaub ist aufgebraucht, sie haben weniger Geld zur Verfügung und werden krisenbedingt mehr Vorsicht bei den Ausgaben an den Tag legen. Oder sie verreisen aufgrund der Unsicherheit gar nicht.“

Diesen partiellen Verlust der Gäste gelte es durch neue Kunden auszugleichen.

Vor allem jüngere, zahlungskräftige Zielgruppen, die bisher in den Urlaub geflogen sind, werden sich vermutlich nach nähergelegenen Reisezielen umschauen. „Und diese Kunden buchen tendenziell online“, so Töchterle. „Wollen unsere Betriebe also Zugang zu dieser Zielgruppe finden, ist die Online-Buchbarkeit auf der eigenen Website oder über Buchungsplattformen essentiell.“

Die Online-Buchungsraten steigen weltweit Jahr für Jahr, vor allem einzelne Buchungsplattformen wie booking.com steigern ihren Marktanteil. Allein in Südtirol wird etwa über booking.com ein Umsatz von geschätzt 200 Millionen Euro erwirtschaftet. „Rechnet man mit einer Minimalprovision für Hotels pro Buchung von 14 Prozent, ergibt das eine Summe von 28 Millionen Euro, die aus Südtirol abfließt – Jahr für Jahr“, so Töchterle.

Die Strategie, die sich aus diesen Erkenntnissen ergibt, ist: Die Online-Buchbarkeit ist ein absolutes Muss, zugleich müssen die Tourismusbetriebe allerdings flexibel bei der Wahl der Kanäle sein, um nicht zu stark von einzelnen Plattformen abhängig zu werden.

Auch diese Überlegung fließt in eine Initiative ein, die aktuell von IDM entwickelt wird, und zwar gemeinsam mit dem HGV, Roter Hahn sowie mit dem VPS. Sie hat zum Ziel, den digitalen Vertrieb gezielt zu fördern.

Die Grundlage der Initiative liefern Daten, die in einer groß angelegten Befragung gesammelt werden. Sie ist am heutigen Mittwoch gestartet und wird alle Tourismusbetriebe in Südtirol umfassen.

„Wir rechnen natürlich mit einer möglichst umfassenden Beteiligung, damit wir die Bedürfnisse der Südtiroler Tourismusbranche rund um die Online-Buchbarkeit im Detail erfassen können“, so IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger. Denn: „Nur so können wir einen schlagkräftigen Fahrplan erstellen, ein maßgeschneidertes Programm entwickeln und dieses auch umgehend umsetzen.“

stol

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