Dienstag, 01. Juni 2021

Nach Unglück am Lago Maggiore: Seilbahnen in Italien melden Rückgänge

Seilbahn-Betreiber in Italien bekommen die Folgen des Seilbahn-Unglücks am Lago Maggiore mit 14 Todesopfern zu spüren. „Nach dem Unglück erleben wir einen starken Einbruch bei der Zahl der Passagiere. Rund 60 Prozent der Personen, mit denen wir gerechnet hatten, sind nicht mit unseren Seilbahnen gefahren“, klagte Massimo Fossati, Präsident des Verbands der lombardischen Seilbahnbetreiber.

Ein Bild der Seilbahn in Stresa, aufgenommen vor dem verheerenden Unglück.
Ein Bild der Seilbahn in Stresa, aufgenommen vor dem verheerenden Unglück. - Foto: © ansa/google
Vize-Verkehrsministerin Teresa Ballanova betonte, dass die Seilbahnanlagen in Italien sicher seien. „Die Tragödie am Lago Maggiore hätte nicht passieren sollen. Sie ist geschehen, weil die Regeln nicht respektiert wurden. Man darf nicht glauben, dass alle Anlagen nach der Zwangspause infolge der Pandemie unsicher sind“, sagte die Vize-Verkehrsministerin.

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems verursacht worden. Gegen drei Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft „Ferrovie del Mottarone“ wird ermittelt. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und zwei Kinder.

Der Zustand des einzigen Überlebenden des Unglücks vom 23. Mai, eines fünfjährigen Buben, verbesserte sich inzwischen. Er sollte am Dienstag von der Intensivstation auf eine andere Station verlegt werden, teilte das Kinderkrankenhaus in Turin am Montagabend mit. Seine Tante sei bei ihm, hieß es weiter. Der kleine Bub verlor bei dem Unglück seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern.

Einen Seilriss gab es vor Jahren auch bei einer Südtiroler Seilbahn. Dieser Zwischenfall beweist aber vor allem, dass nicht einmal ein gerissenes Stahlseil zu einer Katastrophe führen muss wie am Lago Maggiore.

apa