Inmitten der Handwerkerzone Bozner Boden führt Simone Zöggeler Battisti die traditionsreiche Schlosserei Battisti. „Wir haben uns hier auf Metalltreppen und auch auf Möbelstücke spezialisiert. Hier ist viel Kreativität gefragt und das macht den Job spannend“, erzählt sie. „Derzeit haben wir sieben Mitarbeiter im Betrieb, darunter zwei Lehrlinge.“ Diese lernen nicht nur praktisch im Betrieb, sondern drücken parallel die Schulbank in der Berufsschule.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1205871_image" /></div> <BR /><BR />Das Modell „Lehre mit Berufsschule“ ist gerade für Handwerksberufe von großer Bedeutung. „Es hilft, junge Leute früh an den Beruf heranzuführen und auch an den Betrieb zu binden“, sagt Martin Haller, Präsident des Handwerkerverbandes lvh. Immer mehr Schüler entscheiden sich für eine Lehre. 2025 waren es 3.700. Das Interesse fällt jedoch je nach Berufsgruppe unterschiedlich aus. <h3>Kfz-Mechatroniker und Elektrotechniker immer beliebter</h3>Besonders der Schlosser-Beruf verzeichnet seit Jahren einen wachsenden Zuspruch. Gab es vor zehn Jahren 151 Lehrlinge, sind es inzwischen 200 – ein Plus von 32 Prozent, zeigen die Daten des Landesamts für Arbeitsmarktbeobachtung. Auch andere technische Berufe haben steigende Zahlen. Binnen zehn Jahren stiegen die Lehrlinge im Kfz-Bereich um 58 Prozent, bei Elektrotechnikern sogar um 72 Prozent. „Diese Geschäftsfelder sind breiter geworden und haben es auch geschafft, den Beruf attraktiv zu gestalten“, erklärt Haller.<h3> Sinkendes Interesse bei Körperpflegeberufen</h3>Es gibt aber auch Berufe, in denen die Lehrlingszahlen rückläufig sind. „Wir haben zum Beispiel die Körperpflegeberufe, wo man einen Gegentrend hat“, sagt Haller. Tatsächlich ist die Zahl der Friseur-Lehrlinge zwischen 2015 und 2025 um 27 Prozent zurückgegangen. „Dort hat es auch ein wenig mit den finanziellen Rahmenbedingungen zu tun, weil im Friseurbereich auch eine starke Konkurrenz von Nicht-EU-Bürgern und vom Schwarzmarkt ist.“ Auch im Verkauf ist die Zahl der Lehrlinge gesunken. <h3> Zu wenig Frauen, immer noch ein Thema</h3>Um Mitarbeiter langfristig zu binden, müssen Arbeitgeber Weiterentwicklungsmöglichkeiten bieten, ist Haller überzeugt. „Angebote wie die Matura in der Berufsbildung oder das duale Studium an der Uni Bozen helfen den Mitarbeitern, im Betrieb zu bleiben und sich fachlich weiterzuentwickeln.“ Daneben brauche es auch ansprechende Rahmenbedingungen, wie etwa leistbaren Wohnraum und zusätzliche Benefits.<BR /><BR />Wo es berufsübergreifend noch nachzubessern gilt, ist die Beschäftigung von Mädchen. Von den 3700 Lehrlingen sind gerade 800 Frauen. „Hier braucht es noch viel Kulturarbeit, um zu überzeugen, dass jeder Handwerksberuf auch ein Frauenberuf ist – beginnend in den Schulen“, so Haller. <BR /><BR /> <a href="mailto:redaktion@stol.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Haben Sie einen Fehler entdeckt? Geben Sie uns bitte Bescheid.</a>