Montag, 21. November 2016

Nahendes Referendum setzt Italiens Banken an der Börse zu

Das bevorstehende Verfassungsreferendum in Italien hat den dortigen Finanzwerten am Montag zugesetzt. Börsianer befürchteten, dass eine Ablehnung der Reformen zu politischer Instabilität führen und den Geldhäusern die geplanten Kapitalerhöhungen erschweren könnte.

Das Referendum zur Verfassungsreform setzt Italiens Banken an der Börse zu.
Das Referendum zur Verfassungsreform setzt Italiens Banken an der Börse zu. - Foto: © shutterstock

Der italienische Bankenindex fiel daraufhin um bis zu 2 Prozent. Dies drückte den Leitindex der Mailänder Börse bis zu 0,6 Prozent ins Minus auf ein Sieben-Wochen-Tief von 16.164,90 Punkten. Italienische Staatsanleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf bis zu 2,134 Prozent. Damit lag sie nur etwa 0,1 Prozentpunkte unter ihrem Eineinhalb-Jahres-Hoch aus der Vorwoche.

Italiens Banken leiden an faulen Krediten

Die weitreichende Verfassungsreform soll mehr Stabilität in das von häufigen Regierungswechseln geprägte Land bringen. Geplant ist eine Einschränkung der Rolle des Senats und der Zuständigkeiten der Regionalregierungen. Ministerpräsident Matteo Renzi hatte zwar mehrmals erklärt, er werde im Falle einer Niederlage von seinem Amt zurücktreten, dies in den vergangenen beiden Monaten jedoch nicht mehr bekräftigt.

Die italienischen Banken sitzen auf einem rund 300 Milliarden Euro hohen Berg fauler Kredite. Um ihre Kapitalreserven für künftige Krisen aufzufüllen, planen mehrere Institute Kapitalerhöhungen. So benötigt die Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), das älteste Geldhaus der Welt, rund fünf Milliarden Euro zusätzlich. Die Bank-Austria-Mutter UniCredit will sogar bis zu 13 Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln.

apa/reuters

stol