<BR />Täglich landen in der Europäischen Union Flugzeuge, beladen mit Paketen von Onlinehändlern wie Shein oder Temu, die anschließend bis vor die Haustür der Kunden zugestellt werden. Für die Zollbehörden, die jede Sendung sichten und kontrollieren müssen, ist das eine enorme Belastung. Um die steigenden Kosten zu decken, will die EU nun mit mehreren Maßnahmen gegensteuern.<BR /><BR />Wie bereits im Vorjahr beschlossen, soll zunächst die bisherige Zollfreigrenze fallen. Bislang können Pakete mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro zollfrei in die EU eingeführt werden. Ab Juli wird stattdessen eine pauschale Abgabe von drei Euro pro Sendung erhoben.<BR /><BR />Zudem wurde kürzlich eine weitere Maßnahme beschlossen: Ab November soll zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr für jedes Paket anfallen. Die genaue Höhe dieser Abgabe muss noch von der EU-Kommission festgelegt werden.<BR /><BR />Mit dem Wegfall der Freigrenze soll sichergestellt werden, dass alle Händler – unabhängig von ihrem Standort – unter gleichen Wettbewerbsbedingungen agieren. Ob günstige Produkte durch die neuen Abgaben tatsächlich teurer werden, ist noch unklar. Denkbar ist auch, dass Produzenten oder Importeure die zusätzlichen Kosten übernehmen.<h3> Regeln dürften Online-Händler wie Shein, Temu oder Amazon betreffen</h3>Die neuen Regelungen dürften insbesondere große Onlinehändler wie Shein, Temu, AliExpress oder Amazon betreffen. Der boomende Onlinehandel hat in den vergangenen Jahren zu einem starken Anstieg von Kleinsendungen mit geringem Warenwert geführt. Laut EU-Kommission kamen im Jahr 2024 täglich rund zwölf Millionen Pakete in der Europäischen Union an – deutlich mehr als in den Jahren zuvor.<BR /><BR />Italien ist bereits vorgeprescht: Seit Anfang des Jahres erhebt das Land eine Gebühr von zwei Euro auf Pakete aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 150 Euro. Die Auswirkungen zeigen sich deutlich: In den ersten Wochen gingen die direkten Niedrigpreis-Lieferungen nach Italien um 36 Prozent zurück.