Mittwoch, 01. Juli 2020

Neue Alitalia soll Flotte verkleinern und auf Langstrecke setzen

Die neue Alitalia mit staatlicher Beteiligung, die in den nächsten Wochen aus der Taufe gehoben werden soll, wird verkleinert. Die Flotte soll von 113 auf 89 Maschinen schrumpfen, geht aus dem Entwicklungsplan der neuen Airline hervor, an dem das neuernannte Management arbeitet.

In Zukunft sollen nur noch 89 anstatt 113 Alitalia-Maschinen abheben.
In Zukunft sollen nur noch 89 anstatt 113 Alitalia-Maschinen abheben. - Foto: © APA (AFP) / ALBERTO PIZZOLI
Die neue Fluggesellschaft will sich auf Mittel- und Langstreckenflüge konzentrieren und mehr Plätze in der Business-Class garantieren, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ (Mittwoch).

Weiters will die Airline neue Allianzen abschließen, um stärker auf dem nordamerikanischen Markt zu punkten. Die Luftfahrtallianz mit Delta Airlines ist abgelaufen, nach neuen Partnerschaften wird zurzeit gesucht.
Der Hub Rom Fiumicino soll weiterhin strategisch für die Airline bleiben. Zugleich soll es zu Investitionen für Landstreckenflüge und Warentransport ab dem Mailänder Flughafen Malpensa kommen.

3 Milliarden Euro steckt die Regierung in die Alitalia. 232 Millionen Euro befinden sich noch in den Kassen Alitalias, die wie alle anderen Fluggesellschaften auf dramatische Weise die Coronakrise zu spüren bekommen hat.

Italien meldet einen massiven Rückgang bei der Zahl der Flugpassagiere. Waren 2019 noch 191,2 Millionen Menschen geflogen, so werden es bis Ende 2020 maximal 82 Millionen sein, schätzt die Regierung in Rom.

Alitalia macht seit 2002 keinen Profit mehr. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, scheiterten. Das Unternehmen ist seit 2017 insolvent. Der Staat hatte dem Unternehmen in jüngerer Zeit bereits Überbrückungskredite in Milliardenhöhe gewährt.

Der italienische Topmanager Francesco Caio war am Montag von Regierung zum Verwaltungsratspräsidenten der neuen Gesellschaft unter staatlicher Kontrolle ernannt worden, die Alitalia übernehmen soll. Zum CEO rückt der Manager Fabio Lazzerini auf.

apa

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