Zwischen Ende 2024 und Anfang 2025 meldeten sich zahlreiche Betroffene beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen, um über die finanziellen Verluste zu berichten, die sie erlitten hatten.<h3> Wie die Masche funktioniert</h3> Alles nahm mit einer Nachricht, die auf beliebten Messaging-Plattformen einging, seinen Anfang: „Hallo, kann ich Sie kurz sprechen?.“ Einige gingen darauf ein. Schon bald verlagerte sich der Dialog auf ein scheinbar lukratives Angebot – die Aussicht auf kleine Vergütungen im Gegenzug für das Liken von Videos oder Beiträgen auf sozialen Netzwerken (15 Cent pro Like). Die ersten bescheidenen, aber leicht verdienten Beträge wurden schnell gutgeschrieben und stärkten das Vertrauen der Opfer. Anschließend wurden die Betroffenen eingeladen, „exklusiven“ Gruppen von wenigen Teilnehmern beizutreten, um angeblich mit bekannten Marken zusammenzuarbeiten und in der Folge größere Gewinne zu erzielen. Doch damit begann der Teufelskreis: Innerhalb der geschlossenen Gruppe wurden die Opfer unter Druck gesetzt, Einzahlungen oder Überweisungen vorzunehmen, mit dem Versprechen, angebliche Preise und Belohnungen zu erhalten.<BR /><BR /> Das Ganze war natürlich eine Falle, um dem Opfer weiterhin Geld zu entlocken. Es wurde dann von Gruppe zu Gruppe weitergereicht, bis es immer größere Einzahlungen tätigte, in der Hoffnung, die notwendigen Punkte zu erhalten, um angebliche Prämien freizuschalten.<BR /><BR />Das Ergebnis? In den dem EVZ gemeldeten Fällen führte die Kombination aus Druck, neuen Gruppen und Stress, um fiktive Prämiencodes zu erhalten, dazu, dass die Betroffenen in einem Fall mehr als 40.000 Euro und in einem anderen sogar mehr als 300.000 Euro abgeknöpft wurden. Das Geld dürfte für immer verloren sein. <h3> Die Warnsignale</h3>Um zu erkennen, dass man betrogen wird, sollte man besonders vorsichtig bei Kontaktversuchen von Fremden über Messaging-Dienste oder soziale Netzwerke sein. Wenn einem leicht verdientes Geld für einfache Tätigkeiten wie das Liken von Beiträgen oder das Überweisen von Geld angeboten wird, ist das ein weiteres Warnsignal. Häufig findet die Kommunikation nur über Chats statt, wobei offizielle Kanäle gemieden werden. Auch Jobangebote, die keine speziellen Anforderungen stellen, können verdächtig sein. <BR /><BR />Rebecca Berto, Rechtsberaterin des EVZ, warnt, dass hinter solchen Kontakten im schlimmsten Fall der Versuch stecken könnte, die Opfer als „Geldesel“ zu missbrauchen. In solchen Fällen, „Money Muling“ genannt, werden die Bankkonten der Betroffenen genutzt, um illegale Gelder zu transferieren, was die Opfer unbewusst in kriminelle Machenschaften verwickeln kann.<h3> Was tun im Betrugsfall?</h3>Falls man bereits auf eine solche Betrugsmasche hereingefallen ist, sollte man umgehend alle Zahlungen einstellen und die Polizei benachrichtigen. Eine schnelle Anzeige hilft nicht nur, weitere Schäden zu verhindern, sondern auch, solche Verbrechen aufzudecken. Wer solche Nachrichten erhält, sollte diese ignorieren, den Absender blockieren und den Chat löschen, um sich nicht weiter in die Falle locken zu lassen.