Seit 2002 zieren fiktive Fenster, Brücken und Tore unsere Euro-Banknoten – bewusst abstrakt, um keines der Mitgliedsländer zu bevorzugen. Doch nach über 20 Jahren arbeitet die Europäische Zentralbank (EZB) an einer neuen Generation an Geldscheinen.<BR /><BR />Im Rahmen eines Wettbewerbs reichten mehr als 1.200 Grafiker ihre Designideen ein. Eine von der EZB ernannte Fachjury bewertete die Entwürfe und wählte die besten aus – und nun sind die EU-Bürger dran. Bis zum 21. September läuft EU-weit eine Online-Abstimmung, bei der man seinen Favoriten auswählen darf. Die finale Entscheidung trifft der EZB-Rat noch vor Jahresende.<h3> Von da Vinci bis zum Eisvogel</h3> <a href="https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/future_banknotes/html/design-proposals.de.html" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Zur Wahl stehen zwei Themenwelten mit jeweils fünf Design-Entwürfen</a>.<BR /><BR /> Erstere Motivwelt nennt sich „Europäische Kultur“ mit berühmten Europäern auf der Vorder- und Alltagsszenen auf der Rückseite. Auf den Fünf-Euro-Schein ist die griechische Opernlegende Maria Callas verewigt, auf dem Zehn-Euro-Schein der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven. Die 20-Euro-Note zeigt die polnisch-französische Wissenschaftlerin Marie Curie, der 50-Euro-Schein den spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes. Den 100-Euro-Schein bildet das italienische Universalgenie Leonardo da Vinci ab, während der 200-Euro-Schein der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gewidmet ist. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1340592_image" /></div> <BR /><BR />Mit diesen Persönlichkeiten möchte die EZB nach eigenen Angaben das europäische Gemeinschaftsgefühl stärken. Kritiker sehen darin allerdings diplomatischen Zündstoff: Die Auswahl könnte in manchen Mitgliedstaaten für Unmut sorgen.<BR /><BR />Die zweite Motivreihe heißt „Flüsse und Vögel“ mit heimischen Gewässern und Vögeln auf der Vorder- und EU-Institutionen wie Parlament oder Gerichtshof auf der Rückseite. Die Banknoten bilden einen Mauerläufer (Fünf-Euro-Schein), einen Eisvogel (10), einen Schwarm von Bienenfressern (20), einen Weißstorch (50), einen Säbelschnäbler (100) und einen Basstölpel (200) ab. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1340619_image" /></div> <BR /><BR />Im Gegensatz zur ersten Motivreihe knüpft die EZB an das ursprüngliche Gestaltungsprinzip der Euro-Banknoten an: keine nationalen Symbole oder Persönlichkeiten, die einzelne Mitgliedstaaten bevorzugen könnten.<h3> Form und Farbe bleiben gleich</h3>Zwei Dinge bleiben jedoch auch mit dem neuen Design gleich: Form und Farben der Scheine bleiben erhalten. Auch der umstrittene 500-Euro-Schein, dessen Produktion längst eingestellt wurde, feiert kein Comeback. Wer allerdings noch alte 500er im Portemonnaie hat, kann beruhigt sein: Sie behalten dauerhaft ihre Gültigkeit.