Mittwoch, 14. Februar 2018

Neue Gäste, neue Sitten

Dass die Deutschen nach der Pizza einen Cappuccino trinken und der Italiener auch in der Sauna die Badehose anlässt, daran hat man sich in Südtirol gewöhnt. Doch mit einer zunehmend internationalen Urlauberschicht kommen völlig neue Herausforderungen auf die Touristiker zu.

Im aktuellen „WIKU“ wird aufgezeigt, wie der Tourismus sich auf Gäste anderer Kulturen umstellt.
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Im aktuellen „WIKU“ wird aufgezeigt, wie der Tourismus sich auf Gäste anderer Kulturen umstellt.

Seit die Dolomiten zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurden, gehört das 2500-Einwohner-Dorf Villnöß für Asiaten zu einem beliebten Reiseziel. Für Hoteliers und Gastwirte sind die neuen Kunden nicht ohne: Denn nicht alle Asiaten können Englisch bzw. mit einer englischen Speisekarte etwas anfangen. „Also brauchen sie ein Menü, auf dem die Gerichte abgebildet sind“, erklärt Klaus Messner, Geschäftsführer des Villnößer Tourismusvereins. Außerdem würden gerade Chinesen wünschen, dass ihnen Vor- und Hauptspeise, ja sogar das Dessert und eine Pizza immer gleichzeitig serviert werden. „Aber wenn man das weiß, lässt es sich einrichten.“

Größere Probleme bereitet den Einheimischen ein anders Phänomen. Geradezu in Scharen werden asiatische Urlauber mittlerweile zur malerischen Johanneskapelle  in Ranui  oder zum St. Magdalena-Kirchlein  gekarrt, um dort ihr obligatorisches Erinnerungsfoto zu knipsen.  Das Problem: Sie lassen nichts zurück außer niedergetrampelten Mähwiesen. Der Tourismusverein will deshalb heuer im Sommer auf Schildern in Mandarin und Englisch  darauf hinweisen, was hierzulande allgemein gilt:  Dass Bergwiesen nicht niedergetreten werden dürfen und dass jeder Stall und jeder Hof Privatbesitz sind.

„11   Prozent   der   Südtiroler   Gäste   sprechen   bereits   heute   weder   Deutsch   noch Italienisch,   Tendenz   steigend“,   sagt   Thomas   Aichner, Marketingleiter des Wirtschaftsdienstleisters IDM. Die   zunehmende Internationalisierung   der   Destination  sieht er als einen   strategischen   Schwerpunkt    und   eine   große   Chance für Südtirol als Tourismusland. Aber er sagt auch: „Jeder Anbieter  muss entscheiden, was er sich  und seinen Gästen zumuten kann und was nicht. Kurz gesagt: Wo er die rote Linie ansetzt.“

Was der HGV im Umgang mit den neuen Gästen rät, welche Erfahrungen man mit den neuen Urlaubern schon gemacht hat umgeht und weshalb ein Hotelier in Passeier auch schon Bäder für seine Gäste umgebaut hat, lesen Sie im aktuellen „WIKU“.

stol

stol