Donnerstag, 19. Oktober 2017

Neue Perspektiven für die Südtiroler Landwirtschaft

Seit 1990 arbeiten das Versuchszentrum Laimburg und das Forschungsinstitut Agrion im Piemont in verschiedenen Bereichen der angewandten Forschung wie Sorteninnovation, Pflanzenschutz und Nachhaltigkeit zusammen. Vertreter der Institute haben nun am Mittwoch eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie die Weiterbildung im Hinblick auf die Landwirtschaft in Piemont und Südtirol zu fördern.

Das Versuchszentrum Laimburg.
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Das Versuchszentrum Laimburg.

Bislang haben Laimburg und Agrion hauptsächlich im Projekt "Liste varietali nazionali" ("Nationale Sortenliste") zusammengearbeitet, das bisher vom italienischen Landwirtschaftsministerium finanziert wurde. Ziel dieses Projekts ist es, Apfel- und Steinobstsorten zu charakterisieren und weiterzuentwickeln. Das nun unterzeichnete Rahmenabkommen garantiert nicht nur das Fortbestehen dieser Forschungsaktivität, sondern auch den Aufbau weiterer Kooperationen: Neben dem Obstbau wollen sich die beiden Institutionen auch auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes künftig noch stärker austauschen.

Dabei stehen neue Forschungsthemen sowie neue Methoden zur Bekämpfung invasiver Schädlinge wie etwa der Kirschessigfliege sowie verschiedene Pflanzenkrankheiten im Vordergrund. Dieser Austausch von Erfahrungen und Forschungsergebnissen verspricht Bereicherungen und Vorteile für die lokale Landwirtschaft in Südtirol und im Piemont.

Das Piemont ist durch ähnliche klimatische Verhältnisse gekennzeichnet wie Südtirol und in Bezug auf den Obstbau eine der wichtigsten Regionen Italiens. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Versuchszentrum Laimburg und Stiftung Agrion soll neue Perspektiven für die Landwirtschaft sowohl in Südtirol als auch im Piemont eröffnen. Für Südtirolkönnte etwa der Anbau von Steinobst, Kiwis oder Nüssen und anderen Schalenfrüchten interessant sein – Kulturen, für deren Anbau das Piemont sehr bekannt ist und in dem die Region auf eine lange Erfahrung zurückblicken kann.

Die Prüfung dieser und anderer neuer Kulturen für den Anbau in Südtirol ist bereits im wissenschaftlichen Tätigkeitsprogramm des Versuchszentrums Laimburg vorgesehen. Außerdem planen die Experten des Versuchszentrums die Errichtung einer Pilotanlage. Es ist dies eine Möglichkeit, die Biodiversität der lokalen Landwirtschaft zu erweitern und neue Möglichkeiten für lokale Landwirte zu finden, erklärt Walter Guerra, Leiter des Instituts für Obst- und Weinbau am Versuchszentrum Laimburg. Der Wissensaustausch und die Unterstützung durch Agrion werden in diesen für das Versuchszentrum Laimburg neuen Bereichen sehr wichtig sein.

lpa

stol