Die Zahlen der Einnahmenagentur sind beeindruckend: Bis Mitte Mai seien italienweit 115 Millionen zusätzliche Kassenzettel erfasst worden. Die erklärte Bemessungsgrundlage sei um 5,3 Milliarden Euro gestiegen.<BR /><BR />„Das zeigt: Wenn neue Regeln technisch gut umgesetzt und gut begleitet werden, stellen sich auch Ergebnisse ein“, sagt der Direktor der Agentur der Einnahmen, Vincenzo Carbone. Das Plus bei der Bemessungsgrundlage stärke den „sozialen Pakt“ – zugunsten ehrlicher Steuerzahler und letztlich der Allgemeinheit. <BR /><BR />Auch die Regierung verweist auf die Digitalisierung als „Pfeiler der Steuerreform“: Sie mache die Steuerverwaltung effizienter und moderner, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Sandra Savino.<BR /><BR />Der Hintergrund: Eine Kartenzahlung war zwar auch vor März nachvollziehbar, aber nicht automatisch mit einem steuerlich gültigen Kassenbon verbunden. Der kleine POS-Beleg bestätigte nur, dass bezahlt wurde. Der eigentliche Steuerbon musste aus der Registrierkasse kommen oder elektronisch erstellt werden. Seit März hängen POS-Gerät und Registrierkasse technisch zusammen. Dadurch lässt sich leichter prüfen, ob zu einer Kartenzahlung auch ein entsprechender Kassenbon erstellt wurde. Die frühere Trennung der Systeme wird damit aufgehoben.<h3> „Verknüpfung trägt Früchte“</h3>„Die Verknüpfung zwischen POS-Geräten und Registrierkassen scheint rasch Früchte zu tragen“, betont Wirtschaftsprüfer und „WIKU“-Steuerexperte Gert Gasser aus Lana. Die hohe Zahl zusätzlicher Kassenbons sei „bemerkenswert – vor allem in dieser kurzen Zeit“.<BR /><BR /> Gasser sieht darin „ein nicht unwichtiges Instrument im Kampf gegen die Steuerhinterziehung“. Zumal die Einhaltung der neuen Pflicht auch in der Praxis kontrolliert werde: „Die Behörden schauen sehr genau hin“, sagt Gasser. „Und prüfen auch vor Ort, ob die Geräte tatsächlich verknüpft wurden.“<BR /><BR />Außer Frage steht: Die Digitalisierung erweitert die Kontrollmöglichkeiten der Agentur der Einnahmen erheblich – gerade in Zeiten knapper personeller Ressourcen. Den Eindruck automatisierter Massenverfahren weist Vincenzo Carbone aber zurück. Digitale Systeme könnten Daten schneller verknüpfen und Unstimmigkeiten früher sichtbar machen. Die steuerliche Bewertung bleibe dennoch Aufgabe der Beamten. „Ein Steuerbescheid wird nicht allein auf Grundlage eines Algorithmus erstellt“, so der Chef der Einnahmenagentur.