In einem „Grünbuch“ der EU-Kommission, in das die Nachrichtenagentur AFP Einsicht nehmen konnte, werden drei Varianten solcher Euro-Bonds durchgespielt, die von der deutschen Regierung bisher strikt abgelehnt werden.Die Befürworter der Euro-Bonds sehen darin eine Möglichkeit, die Schuldenkrise in der Währungsunion dauerhaft in den Griff zu bekommen.Derzeit zahlen die Euroländer unterschiedlich hohe Zinsraten für ihre Staatsanleihen, wegen der Schuldenkrise unter Druck stehende Länder können sich nur unter hohen Zinsaufschlägen neues Geld an den Finanzmärkten besorgen.Die „wirksamste“ Form der Euro-Bonds bestünde dem „Grünbuch“ zufolge darin, die Staatsanleihen der einzelnen Staaten durch gemeinsame Anleihen der 17 Euro-Staaten zu ersetzen. Damit würden Staaten wie Griechenland, Italien oder Portugal die Möglichkeit erhalten, zu weitaus günstigeren Bedingungen als bisher an den Märkten Geld aufzunehmen.Die zweite Option läge darin, Eurobonds neben den bisherigen Staatsanleihen auszugeben. So würden beide Wege parallel die Möglichkeit eröffnen, staatliche Schulden zu finanzieren.Sowohl die erste als auch die zweite Option würde eine Änderung des Lissabon-Vertrages erforderlich machen. Bisher ist es rechtlich nicht möglich, Schulden eines Einzelstaates zu vergemeinschaften.Die dritte Option, die in dem „Grünbuch“ angesprochen ist, sieht auch die Einführung von gemeinsamen Schuldverschreibungen neben nationalen Anleihen vor. Dabei müsste jeder Staat eine Garantie für den auf ihn entfallenen Schuldenanteil abgeben. Diese Variante würde es laut Kommission ermöglichen, in der „aktuellen Krise“ gegenzusteuern, ohne dass die Lissabon-Verträge geändert werden müssten.In jedem Falle dürfe nichts unternommen werden, die Haushaltsdisziplin auszuhöhlen, heißt es in dem Grünbuch. Den einzelnen Staaten müssten „Bedingungen“ gestellt werden, bevor sie sich am System der Euro-Bonds beteiligen dürften.Die deutsche Kanzlerin hatte wiederholt vor der Einführung von Euro-Bonds gewarnt, weil diese zu Nachlässigkeit im Kampf gegen die Verschuldung führen könnten. Dagegen hatte sich die Regierung in Paris „mittelfristig“ zu einer Einführung von Euro-Bonds bereiterklärt.