Freitag, 28. Mai 2021

„Neues Denken auch in der öffentlichen Verwaltung“

Es stünden große Herausforderungen wie der demographische Wandel vor uns, aber auch große Chancen wie die Digitalisierung. In diesem Sinne sei ein Umdenken in allen Bereichen notwendig, betont der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol (UVS), Heiner Oberrauch: „Wir müssen weg vom Mehr, hin zum Besser.“

Heiner Oberrauch: „Der demographische Wandel zwingt uns  zu einem neuen Denken.“
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Heiner Oberrauch: „Der demographische Wandel zwingt uns zu einem neuen Denken.“ - Foto: © oberalp
Dies gelte für die Unternehmen aber auch für die öffentliche Verwaltung, wo rund die Hälfte des Landespersonals der Altersgruppe 50 plus angehört, heißt es vom Unternehmerverband in einer Aussendung (siehe untenstehende Tabelle). „Der demographische Wandel zwingt uns auch hier zu einem neuen Denken“, so Oberrauch.

„Es geht dabei auf keinen Fall um Entlassungen: In den nächsten Jahren werden viele Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen in den Ruhestand gehen und es wird nicht möglich sein, diese Stellen alle nachzubesetzen.“ Man müsse sich so aufstellen, dass man auch mit weniger Ressourcen – personelle sowie finanzielle – hochqualitative öffentliche Dienstleistungen anbieten könne, so der UVS-Präsident.





Auch hier gehe es um ein „Weg vom Mehr, hin zum Besser“: „Wir müssen uns auf die wesentlichen Leistungen konzentrieren. Auf Sanitäts- oder Lehrpersonal wollen und werden wir nicht verzichten können. Aber in der Verwaltung gibt es Optimierungspotenzial. Die Liste wäre lang“, so Oberrauch.




Die Digitalisierung sei eine große Chance in allen Bereichen: Hier seien die Unternehmen genauso wie die öffentliche Verwaltung gefordert. Es gelte auch Synergien zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen zu nutzen, beispielsweise durch die Zusammenlegung von kleinen Gemeinden oder von Diensten auf Gemeindeebene oder durch ein einheitliches Informatiksystem in der Sanität. Verwaltungsstellen könnten zusammengelegt werden, zum Beispiel in der Schule oder Kultur, wo es für jede der 3 Sprachgruppe eigene Verwaltungen gibt.


„Durch die Vereinfachung – also durch schlankere Abläufe und einfacheren Regeln – können wir auch sehr viel bewegen“, sagt Oberrauch. „Der Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt, dass dies möglich ist: Während in Südtirol rund 20 Prozent der Gesamtbeschäftigung auf die öffentliche Verwaltung zurückzuführen ist, liegt dieser Anteil in Deutschland bei knapp über 10 Prozent und in Italien bei weniger als 15 Prozent.“

Vorschläge, um Bürokratie abzubauen, seien schon mehrmals unterbreitet worden. „Die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass es möglich ist, in kurzer Zeit sehr viel zu verändern. Wir stehen diesbezüglich gerne bereit, um gemeinsam mit den Sozialpartnern und im Dialog mit der öffentlichen Verwaltung, diese Vorschläge neu zu überdenken und zeitnah umzusetzen“, betont der Präsident des Unternehmerverbandes.

sor

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