„Bei der Erwartung der Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft überwiegen die negativen Einschätzungen. Nichtsdestotrotz ist der Indikatorwert seit Juni 2013 deutlich angestiegen. Das empfundene Risiko, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, ist heute etwas weniger stark ausgeprägt als noch Mitte 2013“, hieß es auf der Pressekonferenz. Neun von zehn Befragten empfinden heute ihren Arbeitsplatz als relativ sicher.Gleichzeitig wird die Suche nach einer gleichwertigen Arbeitsstelle als immer schwieriger eingestuft. „79 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie nur mit Schwierigkeiten eine gleichwertige Arbeitsstelle finden würden, wenn die Umstände dies verlangten. Weiter noch: Die Stressfaktoren am Arbeitsplatz nehmen zu - allerdings von niedrigem Niveau aus. Zeitdruck, technische und organisatorische Veränderungen sowie ein angespanntes Verhältnis zu den Vorgesetzten setzen der Südtiroler Arbeitnehmerschaft vermehrt zu.“37 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, Schwierigkeiten zu haben, weil das Geld „nicht bis ans Monatsende reicht“. Unverändert sind auch die Erwartungen die wirtschaftliche Situation der eigenen Familie betreffend.„In 77 Prozent der Fälle rechnet man mit einer gleichbleibenden Situation. In Bezug auf die Sparfähigkeit sind die Einschätzungen nach wie vor geteilt: Rund die Hälfte ist zuversichtlich, in den nächsten zwölf Monaten Geld auf die hohe Karte legen zu können, die andere Hälfte fürchtet, dass dies nicht möglich sein wird. Nach Ansicht der Arbeitnehmer dürfte die Arbeitslosigkeit in Südtirol auch in den nächsten zwölf Monaten tendenziell noch etwas ansteigen“, so das AFI.Weiter Weg zur Arbeit ist „tabu“Wie Südtirols Arbeitnehmer reagieren würden für den Fall, dass sie ihre derzeitige Arbeitsstelle verlieren, war Gegenstand des Sonderthemas im AFI-Barometer. Die Ergebnisse: Groß wäre die tendenzielle Bereitschaft, den Beruf gänzlich zu wechseln bzw. auch eine weniger qualifizierte oder schlechter bezahlte Arbeit auszuüben. Auch die Bereitschaft zu Um- und Weiterbildung wäre bei fast 70 Prozent der Befragten gegeben. Nur knapp mehr als die Hälfte der Befragten wäre hingegen bereit, einen Arbeitsweg von mehr als einer Stunde in Kauf zu nehmen. Nur ein sehr kleiner Teil wäre bereit, von Südtirol wegzuziehen bzw. sich selbstständig zu machen.Das AFI-Barometer erscheint viermal im Jahr (Winter, Frühling, Sommer, Herbst) und wiedergibt das Stimmungsbild der Südtiroler Arbeitnehmerschaft.