Donnerstag, 09. April 2015

Nicht alle Pavillons sind bis zu Expo-Eröffnung fertig

Drei Wochen vor Eröffnung der Weltausstellung in Mailand wird die Fertigstellung mehrerer Pavillons zum Wettlauf gegen die Zeit. Vor allem bei den Pavillons von Italien, Russland und der Türkei gibt es Verzögerungen.

Die Bauarbeiten am Expo-Gelände laufen auf Hochtouren.
Die Bauarbeiten am Expo-Gelände laufen auf Hochtouren. - Foto: © APA/EPA

6.500 Arbeiter sind permanent im Einsatz, um die Bauten fertigzustellen. Expo-Chef Giuseppe Sala zeigt sich immer noch optimistisch: Bis zur Eröffnung am 1. Mai werde „fast alles“ fertig sein.

„Vielleicht werden nicht alle Bauarbeiten bis zum Eröffnungstermin beendet sein, doch Besucher werden trotzdem das Schöne der Expo genießen können“, versicherte Sala. Einige Projekte seien aus Zeitmangel vereinfacht worden, doch dies ändere nichts daran, dass die Leistungsschau absolut spektakulär sein werde.

Fünfstöckiger Italien-Pavillon kaum eingerichtet

Vor allem der Italien-Pavillon macht den Organisatoren der Weltexpo zu schaffen. Die Bauarbeiten für das Gebäude mit mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche, das auch nach der Expo bestehen bleiben wird, sind noch nicht abgeschlossen. Der fünfstöckige Italien-Pavillon wird bis zur offiziellen Eröffnung in Anwesenheit von Premier Matteo Renzi auch nur zum Teil eingerichtet sein.

Die Kosten sind von 63 Millionen Euro auf 92 Millionen in die Höhe geschossen. „Dank zusätzlicher Sponsorverträge haben wir die hinzugekommenen Ausgaben bereits gedeckt“, erwiderte Sala auf Kritik an den Kosten.

Neustart mit Verzögerung?

Italien erhofft sich durch die Leistungsschau einen Neustart nach sieben Jahren Dauerkrise. Die Expo mit Themenclusters zu Reis, Wein, Kaffee und Kakao, Konferenzen zur Zukunft der Ernährungsindustrie und begleitenden Kulturveranstaltungen soll dem Land Auftrieb geben und der lahmenden Wirtschaft einen Schub verpassen.

20 Millionen Menschen werden zu der unter dem Motto „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ stehenden Expo erwartet, ein Drittel von ihnen aus dem Ausland. Nach Angaben der Veranstalter wurden bereits neun Millionen Eintrittskarten verkauft.

Von A wie Afghanistan bis Z wie Zimbabwe

Auf dem Messegelände in Rho im Westen von Mailand werden sich 145 Nationen präsentieren, von A wie Afghanistan bis Z wie Zimbabwe. 93 Länder, darunter Österreich, sind mit einem eigenen Pavillon präsent. Andere haben sich aus Kostengründen thematisch zusammengeschlossen.

Dem Expo-Thema gemäß dominieren „biologische“ Formen und organische Baumaterialien.

Die Arbeiten beim österreichischen Beitrag zur Weltausstellung sind abgeschlossen. Die Attraktion ist ein Wald, für den 54 Bäume sowie 12.000 Forst- und Kleingehölze im Innenhof des Pavillons gepflanzt wurden. 

Sicherheit als Herausforderung

Die Behörden beschäftigen sich auch mit einer weiteren großen Herausforderung der Expo, der Sicherheit. Angesichts der wiederholten Drohungen islamistischer Milizen gegen Italien hat dieses Thema immer stärker an Bedeutung gewonnen. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen sind angesichts des erwarteten Besucheransturms geplant.

apa

stol