Das Stimmungsbarometer des Arbeitsförderungsinstituts (Afi) zeigt im Frühjahr weiterhin positive Werte. „Diese Daten spiegeln aber nicht die jüngsten Entwicklungen des Irankrieges wider“, betont Afi-Direktor Stefan Perini. Die Umfragen wurden zwischen dem 1. und 20. März durchgeführt, also zu Beginn des Konflikts.<BR /><BR />Zu diesem Zeitpunkt blieben die Erwartungen der Arbeitnehmer an die wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zum Vorquartal stabil (Index +9). Das wahrgenommene Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, stieg hingegen und erreichte mit einem Indexwert von 51 einen historischen Negativrekord. Besonders pessimistisch äußerten sich Beschäftigte des verarbeitenden Gewerbes und Baugewerbes. <BR /><BR />Durchwachsen bleibt auch die finanzielle Situation vieler Familien. Weiterhin gab fast ein Drittel (29 Prozent) an, Schwierigkeiten zu haben, mit dem Lohn über die Runden zu kommen. 44 Prozent gaben an, in den nächsten 12 Monaten nicht sparen zu können.<h3> Wirtschaft zeigt sich bislang resilient</h3>Die wirtschaftlichen Indikatoren zeigten sich bis März recht unauffällig. Die Inflation blieb auf einem moderaten Niveau, die Kreditdynamik zog 2025 wieder an, die Exporte waren stabil trotz US-Zölle. Dennoch warnt Perini vor verfrühtem Optimismus: „Die Folgen des Krieges und der Energiekrise werden auch in Südtirol durchschlagen.“<BR /><BR />Europa sei weiterhin stark von Rohstoffimporten abhängig, so Perini. „Steigende Öl- und Gaspreise werden sich auf alle Produkte auswirken.“ Selbst bei einem baldigen Ende des Konflikts dürften die wirtschaftlichen Verwerfungen sichtbar werden. „Viele Anlagen sind zerstört, weshalb die Fördermenge über Monate hinweg in Mitleidenschaft gezogen wird“, erklärt der Afi-Direktor.<h3> Wachstumsprognose bleibt verhalten</h3>Für das Jahr 2026 hält das Afi vorerst an seiner Wachstumsprognose von plus 0,9 Prozent für die Südtiroler Wirtschaft fest. Damit positioniert sich das Institut im Mittelfeld der lokalen Wirtschaftsforscher (Astat: Plus 1,0 Prozent; Wifo: Plus 0,5 bis 0,9 Prozent).