TI reagierte nun auf die kürzliche Gewinnwarnung seines Hauptkunden und schraubte die Erwartungen an Umsatz und Gewinn für das laufende Quartal herunter. Zugleich betonte der Infineon-Rivale, die Probleme rührten allein von Nokia her. Das übrige Geschäft sei auf einem guten Weg für ein starkes zweites Quartal, erklärte TI-Manager Ron Slaymaker.Für Nokia wird die Luft inzwischen dünner. Wie schon kürzlich Fitch stufte am Donnerstag auch die Ratingagentur S&P die Bonität des Handy-Riesen herab, was Nokia die Kreditaufnahme erschwert. Zudem muss der Konzern möglicherweise künftig auf seinen Technik-Vorstand Richard Green verzichten, der sich einem Zeitungsbericht zufolge im Streit über die strategische Ausrichtung beurlauben ließ.TI konnte mit seiner Erklärung, dass die Lage bei Nokia das einzige Problem des Konzerns sei, die Anleger und Analysten beruhigen. „Anleger sind froh, dass es nur Nokia ist“, sagte Cody Acree von Williams Financial. TI zufolge läuft vor allem das Geschäft mit eingebetteten Prozessoren und analogen Chips gut. Sorgen bereiten dem Konzern daneben noch etwas die Folgen der Beben- und Atomkatastrophe in Japan. Wegen der Nokia-Krise kappte der Chipkonzern, der kurz vor der Milliardenübernahme des heimischen Konkurrenten National Semiconductor steht, seine Umsatzprognose für das zweite Quartal am Mittwochabend auf 3,36 Mrd. bis 3,5 Mrd. Dollar von bisher 3,4 bis 3,7 Mrd. Dollar. Zudem senkte TI seine Gewinnerwartung pro Aktie auf 51 bis 55 Cent von zuvor 52 und 60 Cent.Nachbörslich konnte die TI-Aktie in den USA nach anfänglichen Verlusten wieder Boden gutmachen. Die in Frankfurt notierten TI-Aktien gaben hingegen 1,3 Prozent nach. Das Infineon-Papier reagierte ebenfalls mit Verlusten und büßte 2,6 Prozent ein.Nokia kann seit einiger Zeit Konkurrenten wie Apple und Google kaum etwas entgegensetzen. Am 31. Mai zog der der einst unangefochtene Platzhirsch seine Jahresziele zurück. Seither ist die Aktie unter Druck und der Konzern muss sich Übernahmespekulationen erwehren. Am Donnerstag betonte der von Microsoft gekommene Nokia-Chef Stephen Elop erneut, diese Gerüchte seien „gegenstandslos“. Nokia stehe nicht zum Verkauf.apa/reuters