Dienstag, 21. Februar 2017

Nordtirol zur Halbzeit mit Einbußen im Wintertourismus

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Übernachtungen um rund 400.000 (-3,7 Prozent) auf 10,7 Mio. zurück, hat die Tirol Werbung am Dienstag mitgeteilt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Übernachtungen um rund 400.000 auf 10,7 Mio. zurück.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Übernachtungen um rund 400.000 auf 10,7 Mio. zurück. - Foto: © shutterstock

Die Aufenthaltsdauer sei hingegen mit durchschnittlich 4,2 Tagen konstant geblieben. Der heurige Jänner habe sich zwar im Vergleich zum Vorjahr mit einem Nächtigungsplus von 2,0 Prozent positiv entwickelt, die Rückgänge aus dem November und Dezember hätten dadurch allerdings nicht kompensiert werden können.

Verhaltene Erwartungen

Auch die Erwartungen für die zweite Saisonhälfte seien „verhalten“, hieß es. Dies liege unter anderem an der „insgesamt ungünstigen Ferienkonstellation in Europa“.

Nordtirols Touristiker verzeichneten in wichtigen Quellmärkten Rückgänge, allen voran aus dem mit Abstand bedeutendsten Herkunftsmarkt Deutschland. Dort nahmen die Nächtigungen in den ersten drei Monaten der Wintersaison um 270.000 (-4,5 Prozent) ab. Einbußen mussten aber auch bei Gästen aus den Niederlanden (-64.000 bzw. -6,0 Prozent) sowie bei heimischen Urlaubern (-34.000 bzw. -4,3 Prozent) hingenommen werden.

Darüber hinaus gab es bei Urlaubern aus dem Vereinigten Königreich, Belgien, Italien, Russland und Tschechien ein Minus.

Zuwächse aus Schweiz und Polen

Nächtigungszuwächse gab es bei Gästen aus der Schweiz (+6.000 bzw. +1,3 Prozent) sowie aus Polen (+20.000 bzw. +8,7 Prozent). Bei den Unterkünften habe es mit Ausnahme der gewerblichen Ferienwohnungen, die ein leichtes Plus von 3.000 (+0,3 Prozent) erzielten, durchwegs Rückgänge bei den Übernachtungen gegeben.

 „Aufgrund der ungünstigen Ferienkonstellation haben wir schon im Vorfeld damit gerechnet, dass wir die Rekordzahlen des Vorjahres heuer nicht erreichen werden“, erklärte Tirols Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter (ÖVP).

Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter sah im späten Beginn der Weihnachtsferien einen der Gründe für den Rückgang. Zudem sei ein Großteil der Feiertage auf ein Wochenende und der Samstag als traditioneller Anreisetag auf den 24. Dezember gefallen, analysierte Margreiter. Viele Gäste seien daher später in den Urlaub gefahren: „Das gilt auch für die Silvester-Aufenthalte.“

Ferien überschneiden sich

 Mit den Monaten Februar bis April stehe zwar die wichtigere Saisonhälfte noch bevor, allerdings würden sich in der zweiten Februarhälfte die bayerischen Winterferien mit den Krokusferien in Teilen der Niederlande sowie in Belgien überschneiden.

„Nicht jeder wird daher das gewünschte Zimmer bei uns bekommen“, betonte Platter. Darüber hinaus sei Ostern heuer sehr spät. „Das macht es vor allem für tiefer gelegene Regionen schwierig, diese Ferien noch mitzunehmen“, argumentierte Tirols Landeshauptmann.

apa

stol