Samstag, 22. Dezember 2018

Norwegen baut Windpark trotz Sorgen der Rentier-Hirten

Norwegen wird einen Windpark in einem Gebiet errichten, das von Rentier-Herden des Sami-Volkes genutzt wird, obwohl es einen Appell der Vereinten Nationen gibt, das Projekt zu unterbrechen und die Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung zu untersuchen.

Windpark in Skandinavien (Symbolbild).
Windpark in Skandinavien (Symbolbild). - Foto: © shutterstock

Das Öl- und Energieministerium kündigte am Freitag an, die Entwicklung des 288 Megawatt-Windparks Storheia fortzusetzen. Die Anlage soll Teil von Europas größtem Windkraft-Projekt auf Land werden. Errichtet wird es vom Fosen Vind Konsortium. Die Gruppe steht im Eigentum von TroenderEnergi, Statkraft und Nordic Wind Power und baut in dem Projekt sechs Onshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von 1.057 Megawatt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Das UNO-Komitee zur Eliminierung rassistischer Diskriminierung hatte am 10. Dezember in einem Schreiben die norwegische Regierung ersucht, das Projekt zu stoppen, um die Folgen für die traditionellen Rentier-Hirten des Sami-Volkes zu untersuchen. Die Rentier-Hirten fürchten, dass die Geräusche und der Anblick der Windkraftturbinen die Tiere verschrecken könnten. Für die Samen (früher als Lappen bezeichnet) ist die Rentier-Wirtschaft nicht nur Existenzgrundlage, sondern auch großer Teil ihrer Identität und Kultur.

Die Projektgesellschaft Fosen Vind DA realisiert Europas größtes Onshore-Wind-Projekt in Zentralnorwegen. Die Windparks Harbaksfjellet, Roan, Storheia und Kvenndalsfjellet werden nördlich vom Trondheimsfjord liegen und eine installierte Leistung von ca. 750 MW haben. Die Windparks Geitfjellet und Hitra 2 werden südlich des Trondheimsfjord liegen und eine installierte Leistung von ca. 250 MW haben. Die Windparks werden auf der Fosen-Halbinsel, in Hitra und Snillfjord errichtet.

apa

stol