„In einigen Zonen erfolgt seit Wochen keine regelmäßige Verteilung mehr, Sendungen bleiben liegen und können auch nicht abgeholt werden“, klagt Bürgermeister Lukas Schnarf. Der Grund dafür: Im Postamt Olang herrscht akuter Personalmangel. Von sieben Stellen für Postboten sind laut Gemeindeangaben derzeit nur drei besetzt. Und diese Zahl könnte noch weiter sinken. Der Bürgermeister berichtet, dass man ihm gesagt habe, dass ein Briefträger nach Toblach wechseln werde, während ein zweiter die Post verlasse. Dann bliebe gar nur mehr ein Postbote.<BR /><BR />Teilweise gebe es im Ort Zustellpausen von bis zu fünf Wochen, sagt Schnarf. Etliche Bürger hätten sich bei ihm gemeldet, weil wichtige Briefe nicht angekommen seien. Über den WhatsApp-Kanal des Rathauses empfahl die Gemeinde daher, dringende Schreiben möglichst direkt beim Absender abzuholen oder auf digitale Zustellungen auszuweichen. Gleichzeitig wurde aufgerufen, sich für eine Mitarbeit als Briefträger zu melden, um die Situation zumindest vorübergehend zu entschärfen. Gemeldet habe sich bisher noch niemand, sagt Schnarf.<BR /><BR />Und der Bürgermeister befürchtet, dass Olang kein Einzelfall ist: „Man hört von Problemen im gesamten Pustertal – immer wegen Personalmangel.“ Deshalb lasse sich die Lage seiner Ansicht nach wohl auch nicht so schnell lösen.<BR /><BR />Postdirektor Luca Passero widerspricht dem Bürgermeister zum Teil: Er wisse von vier fehlenden Zustellern in Olang, zwei von ihnen sei eine Versetzung genehmigt worden und zwei seien im Krankenstand. Noch in dieser Woche sollten zwei bis drei neue Briefträger in Olang ihren Dienst antreten.<BR /><BR />Generell sei es aber sehr schwierig, in Südtirol Personal zu finden. Daher gibt es seit Mitte Juli eine Sonderregelung: Neue Mitarbeiter können auch ohne Zweisprachigkeitsnachweis – vorerst befristet – aufgenommen werden. Innerhalb von sechs Monaten müssen sie die Prüfung nachholen, zudem verpflichten sie sich, mindestens drei Jahre in Südtirol Dienst zu tun.<BR /><BR />Passero betont, dass sich die Lage in anderen Landesteilen bereits entspannt habe. Er sei daher zuversichtlich, dass dies bald auch im Pustertal der Fall sein werde.