Freitag, 26. Juni 2020

„Nur 50 Prozent der Hotels in Südtirol geöffnet“

Seit einem Monat ist es den Beherbergungsbetrieben in Südtirol wieder erlaubt zu öffnen. Doch bislang sind – zumindest in der Hotellerie – bei weitem noch nicht alle Betriebe geöffnet. Der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), Manfred Pinzger, glaubt, dass die Buchungslage auch im Juli und teilweise im August noch verhalten sein könnte. Dafür hofft er auf einen guten Herbst.

Die Auslastung in den Südtiroler Hotels ist derzeit noch mau: HGV-Präsident Manfred Pinzger geht von durchschnittlich 30 Prozent aus.  eg
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Die Auslastung in den Südtiroler Hotels ist derzeit noch mau: HGV-Präsident Manfred Pinzger geht von durchschnittlich 30 Prozent aus. eg - Foto: © eg - Erika Gamper
„Ich gehe davon aus, dass in Südtirol momentan nur rund 50 Prozent der Hotels offen haben“, sagt Pinzger. „Viele Betriebe haben entschieden, erst in den kommenden Wochen zu öffnen.“ Und in jenen Hotels, die offen haben, ist die Auslastung nicht gerade berauschend: Der HGV-Präsident geht von einer durchschnittlichen Auslastung pro Betrieb von 30 Prozent aus. „Außer die Hotels, die ihre Zimmer zu Schleuderpreisen anbieten, die haben eine höhere Auslastung.“

Der große Urlauber-Ansturm werde wohl auch noch im Juli und teilweise im August ausbleiben, glaubt Pinzger: „Ich denke, dass die Buchungslage in den kommenden Wochen noch verhalten ist, dass es aber einen guten Herbst für den Tourismus geben wird.“

Immer vorausgesetzt natürlich, dass die Corona-Infektionszahlen so bleiben wie sie sind. Wie schnell es nämlich gehen kann, sieht man derzeit in Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt im Kreis Gütersloh. Dort haben sich rund 1500 Mitarbeiter eines Schlachtkonzerns mit dem Coronavirus infiziert. Nun wurde über Gütersloh und die Umgebung erneut ein Lockdown verhängt. Pinzger hofft, dass dies nicht allzu große Auswirkungen auf den Südtiroler Tourismus hat, aber: „Wenn so etwas passiert, dann wirkt sich das klarerweise negativ auf das Reiseverhalten der Bürger aus und das kann auch Südtirol zu spüren bekommen.“

Dass Urlauber aus Nordrhein- Westfalen das Virus wieder verstärkt nach Südtirol bringen könnten, glaubt Pinzger hingegen nicht: „Einerseits denke ich, dass jeder Urlauber so verantwortungsvoll ist, dass er bei eventuellen Symptomen nicht in den Urlaub fährt.“ Andererseits, sagt der HGV-Präsident, sei er zuversichtlich, dass in Südtirol alles getan werde, damit sich das Virus nicht wieder ausbreiten könne. „Und wenn dann doch ein Gast bei uns ist und glaubt, dass er eventuell infiziert sein könnte, dann werden wir ihm schnellstmöglich einen Corona-Test empfehlen.“

Stimmung im Tourismus etwas besser

Insgesamt habe sich die Stimmung im Tourismus mittlerweile wieder etwas gebessert, auch wenn die Coronakrise vielen Betrieben noch länger arg zu schaffen machen werde. Pinzger empfiehlt jedem Betrieb, auch wenn es schwierig ist, zu öffnen: „Immer vorausgesetzt, man erstellt eine genaue Kalkulation.“ Aber allein die Tatsache, dass man den Betrieb öffne, sende ein positives Signal an die Stammgäste, so der HGV-Präsident. „Und das ist enorm wichtig, denn die Leute wollen wieder in den Urlaub fahren“, glaubt Pinzger.

sor

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