Das sagt Arbeits- und Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer zur Green-Pass-Pflicht bei der Arbeit, zu den Impfgegnern und zum Corona-Hilfspaket des Landes. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Herr Achammer, in Italien wird in Wirtschaftskreisen die Forderung nach einer Green-Pass-Pflicht als Zugang zur Arbeit immer lauter. Was sagen Sie als Arbeits- und Wirtschaftslandesrat dazu?</b><BR />Philipp Achammer: Meine Überzeugung war immer schon, dass eine Ausdehnung des Grünen Passes Sinn macht. Die Green-Pass-Pflicht haben wir momentan in einigen Bereichen. Das macht aber Schwierigkeiten in anderen Bereichen.<BR /><BR /><BR /><BR /><b>Inwiefern?</b><BR />Achammer: Mittlerweile ist es so, dass beispielsweise Verwaltungsangestellte in den Schulen fragen, ob sie sich nicht in andere Bereiche der Landesverwaltung versetzen lassen können, in denen es keine Green-Pass-Pflicht gibt. Den Grünen Pass nur in einigen Bereichen anzuwenden und in anderen nicht führt also zu Konfliktsituationen, die wir in der aktuellen Situation absolut nicht brauchen. <BR /><BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-50333323_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Sie sind also dafür, die Grüne-Pass-Pflicht als Voraussetzung für die Arbeit auf alle Bereiche auszudehnen?</b><BR />Achammer: Ja. Wir kommen aus dieser Pandemie nämlich nur dann heraus, wenn jeder von uns Verantwortung übernimmt, nicht nur für sich selber, sondern für die gesamte Gesellschaft. Und das geht nur durch das Impfen und falls das jemand völlig ablehnt, dann durch regelmäßiges Testen. Ich würde es deshalb begrüßen, wenn der Grüne Pass auf weitere Arbeitsbereiche ausgeweitet wird. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="673973_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Für Nicht-Geimpfte könnte es also ungemütlich werden ab Herbst und Winter?</b><BR />Achammer: Wer sich nicht impfen lassen will, muss sich wie gesagt regelmäßig testen lassen. Wenn er auch das nicht will, dann wird das nicht funktionieren. Es geht nicht an, dass Personen in dieser Pandemie keinen Beitrag dazu leisten wollen diese Situation zu überwinden. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>In Deutschland diskutiert man schon die 2-G-Pflicht, also den Zugang zu bestimmten Bereichen nur für Geimpfte und Genesene, nicht aber für Getestete. Wäre das auch in Südtirol vorstellbar?</b><BR />Achammer: Langfristig gesehen ist das Testen sicherlich keine Lösung. Das Testen nimmt aktuell aber etwas Sprengkraft aus der Diskussion heraus für all jene, die sich nicht impfen lassen wollen. Wenn sich jemand aber weder impfen oder testen lassen will, dann wird er künftig mit gar einigen Einschränkungen leben müssen. <BR /><BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-50333324_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Aktuell läuft die Wirtschaft in Südtirol wieder gut, was den Herbst und den Winter anbelangt, sind manche Unternehmer, vor allem im Tourismussektor, aber skeptisch. Glauben Sie, dass man einen erneuten Lockdown mit der Ausweitung der Green-Pass-Pflicht verhindern kann?</b><BR />Achammer: Man muss einen Lockdown mit der Green-Pass-Pflicht verhindern. Was wir sonst erleben werden, ist eine Rebellion jener Personen und Unternehmen, die bis dato alle Corona-Maßnahmen eingehalten und damit alles dafür getan haben, um diese Pandemie einzudämmen. Zu mir kommen oft Unternehmen, die sagen: Ich habe jetzt alles dafür getan, dass wir wieder arbeiten durften, unsere Mitarbeiter haben sich regelmäßig testen lassen, sich haben sich alle impfen lassen, da sie um ihren Arbeitsplatz besorgt sind, aber ich werde jetzt nicht mehr akzeptieren, dass es wieder zu Einschränkungen kommt. Und ich muss ehrlich sagen, ich kann diese Unternehmer sehr gut verstehen. All jene, die sich regelmäßig testen haben lassen, die sich impfen lassen und die alle Corona-Regeln einhalten, die dürfen wir nicht erneut einschränken. Das ist auch nicht mehr vermittelbar und für mich auch nicht mehr denkbar. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Das Land Südtirol hat 380 Millionen Euro an Hilfsgelder für coronageplagte Unternehmen bereitgestellt. Bislang wurden erst Anträge für Beiträge in Höhe von 250 Millionen Euro gestellt. War die Krise für die Unternehmen also weniger schlimm als viele meinten?</b><BR />Achammer: Es wäre gut, wenn es so ist. Es ist so, dass es einerseits viele Betriebe gibt, die die Voraussetzungen für einen Hilfsbeitrag nicht hatten. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Die also das Umsatzminus von 30 Prozent nicht erreichten?</b><BR />Achammer: Genau. Andererseits gibt es aber auch Betriebe, für die diese Hilfsgelder nicht ausreichen. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Sie reden von den Eventdiensleistern?</b><BR />Achammer: Ich rede von den Eventdienstleistern, aber auch von einigen Sektoren innerhalb des Großhandels, sowie den Reiseveranstaltern. Und die Diskotheken konnten bislang ja immer noch nicht öffnen. Es gibt also sehr wohl Branchen, bei denen es um die Existenz geht. Daher wird es, sobald uns wieder dementsprechende Geldmittel zur Verfügung stehen, eine weitere Unterstützung für diese speziellen Fälle geben. Vieles wird auch davon abhängen, wie sich der Tourismus weiterentwickelt, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten.<BR /><BR /><BR /><BR /><b>Es wurde immer wieder kritisiert, dass das Land zu wenig Hilfsgelder zur Verfügung stellt. Jetzt sehen wir, dass die Hilfsgelder – zumindest bis jetzt – gar nicht alle aufgebraucht werden. Was entgegnen Sie der Kritik?</b><BR />Achammer: Die Diskussion um die Hilfsgelder war schon sehr pointiert geführt. Zu wenige Hilfsgelder hat es sicherlich für einige wenige, bestimmte Bereiche und Sektoren gegeben, in der Menge aber sicherlich nicht.<BR />