Dienstag, 3. Mai 2022

Öffentliche Aufträge: Bewusstsein für Mehrwerte

CNA-SHV und lvh.apa sind sich einig: Die Einbindung zahlreicher Akteure in den öffentlichen Vergabeprozess bringt Vorteile auf verschiedenen Ebenen.

lvh-Chef Martin Haller unterstreicht die Wichtigkeit von nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung. - Foto: © Armin Huber

Das Landesvergabegesetz bietet verschiedene Spielräume, wie vor allem auch kleine Betriebe zu Auftragsteilnehmern werden können. So besteht die Möglichkeit, ein Bauwerk, eine Lieferung oder eine Dienstleistung in Lose und Gewerke zu unterteilen und damit auch den KMU den Zugang zu öffentlichen Aufträgen zu bieten.

„Der Vorteil dieser Vergabeart liegt klar in der Forcierung der Nahversorgung, in der Sicherung der lokalen Wirtschaftskreisläufe, aber vor allem auch in nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung“, betont lvh-Präsident Martin Haller. Die Einbindung zahlreicher Akteure der lokalen Bauwirtschaft bedeutet, dass die Unternehmen ihrer Verantwortung bis in die Produktions- und Lieferketten nachkommen und so Mehrwerte für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen.

Es gibt viele positive Nebeneffekte, die sich aus der Aufteilung in Lose und Gewerke ergeben. So kommt es – im Gegensatz zur Vergabe an ein Generalunternehmen - nicht zu Preisabschlägen für die Subunternehmer, sondern der Mehrwert bleibt bei den einzelnen Firmen. Dies bedeutet gleichzeitig auch Einsparpotential für die Auftraggeber.

Außerdem werden Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten und ausgebaut und die kleinstrukturierte Wirtschaft gefördert, welche in Südtirol immerhin über 90 Prozent der Betriebe ausmacht. So bekräftigt auch der regionale CNA-SHV-Präsident Claudio Corrarati: „Das wirtschaftlich günstigste Angebot kann und darf nicht das einzige Kriterium für die Wahl des öffentlichen Auftraggebers sein, der gerade wegen seines öffentlichen Charakters den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zur Aufgabe hat. Über die technischen und funktionalen Aspekte des Vertragsmanagements hinaus muss der Schwerpunkt heute und in Zukunft auf der Nachhaltigkeit liegen, die sich aus Null-Kilometer-Kriterien und der Aufwertung lokaler Ressourcen zusammensetzt, die einen echten Mehrwert schaffen und das soziale Gefüge stärken.“

Im Folgeschluss übernehmen die Unternehmen eine stärkere Rolle im Sinne der Corporate Social Responsibility: Durch lokale Auftragnehmer kann eine verlässliche und qualitätsstarke Versorgung und Dienstleistung sichergestellt werden. Zudem können die Südtiroler Betriebe ihre Reputation, Wettbewerbsstärke und Arbeitgeberattraktivität steigern.

In diesem Sinne planen CNA-SHV und lvh.apa die Fortsetzung der Sensibilisierung und Zusammenarbeit mit Land, Gemeinden und Institutionen, welche als öffentliche Auftraggeber für das Südtiroler Handwerk fungieren.

stol

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