Sonntag, 25. Oktober 2015

Ökonom: Flüchtlingskrise kostet Deutschland 2015 wohl zehn Milliarden

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) rechnet einem Zeitungsbericht zufolge durch die Flüchtlingskrise mit erheblichen finanziellen Belastungen für den deutschen Staat.

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„Es wäre unredlich, so zu tun, als würde die Bewältigung der Flüchtlingskrise nichts kosten“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest der „Schwäbischen Zeitung“ (Montag).

„Deutschland hat sich entschieden, politische Verfolgte aufzunehmen – meiner Meinung nach zu Recht. Diese Hilfe kostet Geld.“ Gleichzeitig bezeichnete er die Lage als „ziemlich ernst“, schrieb das Blatt: „Wir haben die Wanderungsströme offenbar nicht unter Kontrolle.“

Die Versorgung der Flüchtlinge veranschlagte der Ökonom für 2015 dem Bericht zufolge mit rund zehn Milliarden Euro.

Angesichts von Überschüssen in den öffentlichen Kassen sei dies „gut verkraftbar“. Sollte die Zuwanderung unvermindert anhalten, lasse sich die schwarze Null im Bundeshaushalt „vermutlich nicht halten“.

Außerdem sagte der ZEW-Präsident dem Blatt: „Wer argumentiert, die aktuelle Zuwanderung sei ein großer wirtschaftlicher Vorteil für Deutschland, gewissermaßen ein gutes Geschäft, ist wohl zu optimistisch.“

apa/dpa

stol