Am stärksten gestiegen ist ob des Iran-Kriegs und seiner Folgen Heizöl. Nach der jüngsten Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen liegt der Preis 52 Prozent über dem Niveau vom September 2025. Das Wifo erhebt die Preise wöchentlich bei Südtiroler Anbietern.<BR /><BR />Auch Erdgas hat kräftig angezogen. Verglichen mit September letzten Jahres liegt der jüngste Referenzpreis der staatlichen Regulierungsbehörde Arera für vulnerable Haushalte im geschützten Markt um rund 35 Prozent höher. Die Entwicklung lässt sich allerdings nicht eins zu eins auf jede Gasrechnung übertragen. „Auf dem freien Markt spielen Anbieter und Vertragsform eine wichtige Rolle. Bei Fixpreisverträgen kommen Veränderungen am Großhandelsmarkt nicht unmittelbar beim Kunden an, bei indexierten Tarifen deutlich schneller. Hinzu kommen Netzentgelte, Steuern und fixe Kostenbestandteile“, präzisiert Gunde Bauhofer von der VZS. Aber die Tendenz sei eindeutig. <BR /><BR /><embed id="dtext86-76351559_quote" /><BR /><BR />Auch Pellets kosten deutlich mehr als vor einem Jahr. Für Südtirol gibt es derzeit keine durchgehende aktuelle Preisreihe. Einen guten Anhaltspunkt liefert die Arbeiterkammer Tirol: Nördlich des Brenners lagen die Preise Anfang September rund 33 Prozent über dem Niveau vom September 2025. Dass auch Pellets wesentlich mehr kosten als vor einem Jahr, überrascht Bauhofer nicht. „Ein Teil soll dem geringeren Angebot geschuldet sein. Tatsächlich ist der Markt aber nicht sehr transparent und es gibt eine gewisse Korrelation zu den anderen Energieträgern, so unsere Beobachtung. Heißt: Die Preise ziehen nicht selten mit an, wenn Öl und Gas teurer werden.“<BR /><BR />Ein kleiner Trost: Erdgas und Pellets kosteten zu Zeiten der letzten Energiekrise 2022 zeitweise noch mehr als heute, Heizöl nähert sich dem damaligen Krisenniveau hingegen wieder an. In Südtirol heizen übrigens laut Astat rund sechs von zehn Haushalten vorwiegend mit Gas oder Heizöl; etwa ein Drittel nutzt Biomasse wie Pellets oder Hackschnitzel.<h3> Ein Grad weniger spart sechs Prozent</h3>Wie es in den nächsten Monaten weitergeht, lässt sich aktuell nicht seriös abschätzen. „Die Lage im Nahen Osten bleibt undurchsichtig und damit auch die Situation auf den Energiemärkten“, sagt Bauhofer. „Deshalb lohnt es sich umso mehr, an den Stellschrauben zu drehen, die man selbst drehen kann.“<BR /><BR />Eine davon ist die Raumtemperatur. „Schon ein Grad weniger kann rund sechs Prozent Heizenergie sparen“, sagt Bauhofer. Für Wohnräume gelten etwa 20 Grad als Richtwert, im Schlafzimmer reichen meist 16 bis 18 Grad.<BR /><BR />„Auch richtiges Lüften hilft. Statt Fenster lange gekippt zu lassen, sollte mehrmals täglich kurz und kräftig gelüftet werden. Währenddessen können die Heizkörper heruntergedreht werden. Möbel oder schwere Vorhänge vor den Heizkörpern erschweren zudem die Wärmeabgabe“, sagt Bauhofer. „Nachts und bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur abgesenkt werden. Zu stark auskühlen sollten Räume allerdings nicht: Bei zu niedrigen Temperaturen steigt das Schimmelrisiko.“<h3> Vorsicht vor falschen Schnäppchen</h3>Hohe Energiepreise bedeuten traditionell auch Hochsaison für Betrüger. Bauhofer erinnert an die Energiekrise 2022/23. Damals tauchten im Internet vermeintlich günstige Pelletsangebote auf. Kriminelle gaben sich als Südtiroler Händler aus, kassierten das Geld im Voraus – geliefert wurde nichts.<BR /><BR />„Wenn Energie teuer ist, ist ein besonders günstiges Angebot natürlich verlockend. Gerade dann sollte man genau hinschauen“, sagt Bauhofer. „Vor einer Bestellung sollten Adresse, Telefonnummer, Mehrwertsteuernummer und Angaben zum Händler überprüft werden“, so der Rat der Expertin. <h3> Sozialbonus prüfen</h3>Bauhofer erinnert auch an den staatlichen Sozialbonus für Strom und Gas. Seit Anfang 2026 liegt die ISEE-Grenze bei 9796 Euro. Für Familien mit mindestens vier unterhaltsberechtigten Kindern gilt eine Grenze von 20.000 Euro. Der Gasbonus entspricht einer Entlastung von 15 Prozent der durchschnittlichen Ausgaben vor Steuern.<BR /><BR />„Ein eigener Antrag auf den Bonus ist nicht nötig. Voraussetzung ist allerdings eine gültige ISEE-Erklärung. Dafür muss die sogenannte DSU eingereicht werden. Sind die Voraussetzungen erfüllt und ist der Anschluss einem Mitglied des Haushalts zugeordnet, wird die Vergünstigung automatisch berücksichtigt“, erklärt Bauhofer.