„Die Konsumenten wollen zu recht sichere Lebensmittel und garantierte Rückverfolgbarkeit. Diese Herausforderung nehmen unsere Bauern gerne an“, erklärte der österreichische Agrarminister Niki Berlakovich am Mittwoch nach einer Klausurtagung mit dem Südtiroler Bauernbund in Gargazon. Beim Geld wollen die Bauern aber nicht zurückstecken. Derzeit gibt die EU ca. 40 Prozent für die Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums aus.„Sollte die EU die Mittel deutlich kürzen, ist die bäuerlich kleinstrukturierte Landwirtschaft ernsthaft in Gefahr“, betonten Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, und Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbundes. Vor allem sei dann eine flächendeckende Landwirtschaft nicht mehr zu halten, was enorme Auswirkungen auf den Tourismus habe. Eine erste wichtige Vorentscheidung, wie viel EU-Geld für die Landwirtschaft nach 2013 zur Verfügung steht, wird es mit der finanziellen Vorschau im Juni geben. „Für Berggebiete zuversichtlich“Auf der Klausurtagung wurde auch über die Verwendung der Geldmittel diskutiert. Für die Berggebiete ist Berlakovich zuversichtlich, auch weil die bisherigen Verhandlungen gut verlaufen seien. Es sei auf EU-Ebene gelungen, einige wichtige Anliegen der Berglandwirtschaft zu verankern. „So bleibt die für das Berggebiet wichtige Ausgleichszulage für die erschwerte Bewirtschaftung in der zweiten Fördersäule. Das bedeutet, dass die Erschwernispunkte auch weiterhin als Kriterium für die Berechnung der Zahlungen dienen“, so der Minister.Beibehalten werden dürften auch die unterschiedlichen Flächenprämien. „Selbstbestimmungsrecht bei Gentechnik“Ein Selbstbestimmungsrecht für die einzelnen Mitgliedsstaaten forderte Berlakovich in Sachen Gentechnik. „Die einzelnen Mitgliedsstaaten sollen selbst entscheiden dürfen, ob sie den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zulassen wollen oder nicht. Unsere Position ist klar: Wir wollen keine Gentechnik auf unseren Äckern.“ Diese Selbstbestimmungsforderung hat Berlakovich vor Monaten eingebracht und soll in das EU-Recht eingearbeitet werden. Unterstützung erhält Berlakovich von Landesrat Hans Berger, der sich ebenfalls klar für eine Gentechnikfreiheit ausspricht. Besser werden muss die Südtiroler Landwirtschaft bei den erneuerbaren Energien. „Hier muss Südtirol noch viel von Österreich lernen. In der Versorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen ist Österreich Europameister, wenn nicht sogar Weltmeister“, zollte Tiefenthaler Respekt. Ausgebaut werden müsse vor allem die Verwendung von Holz. Was Südtirol aber nicht brauche, sei der Anbau von Energiepflanzen, betonte der Obmann des Südtiroler Bauernbundes.