Freitag, 04. Januar 2019

Ötzi auf den Virgl? Nein, sagt der hds

Keine Ruhe für Ötzi? Der Mann aus dem Eis soll, wie berichtet, nach Plänen der SIGNA-Holding rund um den Kaufmann René Benko und dem Bozner SIGNA-Vertreter Heinz Peter Hager in ein neues und modernes Museums-Pool am Virglberg umziehen. Zu erreichen sollen der Bozner Hausberg und die weltberühmte Gletschermumie dann mittels Seilbahn sein.

Muss Ötzi umziehen? Eine Kommission entscheidet im Jänner. - Foto: Archäologiemuseum
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Muss Ötzi umziehen? Eine Kommission entscheidet im Jänner. - Foto: Archäologiemuseum

Innerhalb Ende Jänner wird die Entscheidung in der zuständigen Kommission einer bezüglich der zukünftigen Unterbringung von Ötzi erwartet. Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol stellt sich offen gegen dieses Ansinnen und ist strikt gegen die Verlegung des Mannes vom Similaun auf den Virgl.

Diesen Juwel darf man nicht aussiedeln

„Ötzi ist seit vielen Jahren ein Publikumsmagnet und damit auch ein Anziehungspunkt für das Bozner Ortszentrum. Der große Publikumsandrang auf das Museum kommt auch den Betrieben des Stadtzentrums zugute und trägt mit zu deren Attraktivität und Vitalität bei. Diesen Juwel jetzt aus der Stadt auszusiedeln, wäre sehr schlecht für die langfristige Entwicklung der Altstadt“, unterstreicht hds-Präsident Philipp Moser am Freitag.

Ötzi für Zentrum von großer Bedeutung

Die Stärkung von lokalen Wirtschaftskreisläufen und Betrieben, die für das Ortszentrum von großer Bedeutung sind, ist eine Herausforderung, die alle angeht. Alle Erhebungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Lebendigkeit von Dörfern und Städten direkt mit dem Vorhandensein von Anziehungspunkten und Treffpunkten zusammenhängt. Philipp Moser: „Für Bozen ist das außerordentliche Ausstellungsstück des Archäologiemuseums einer der wichtigsten, wenn nicht gar der wichtigste Bezugspunkt dieser Art.

Besucherströme in die Städte, nicht in die Peripherie

Die Besucherströme müssen in die Städte geleitet, und nicht in die Peripherie gedrängt werden. Nur so wird es möglich sein, die Attraktivität der Landeshauptstadt und damit die Lebensqualität für ihre Gäste und Einwohner weiterhin zu gewährleisten.

„Bozen muss an die eigene Zukunft denken und diese auf nachhaltige und wohlüberlegte Weise planen und dabei den Bedürfnissen von Einwohnern und Gästen Rechnung tragen. Für ein Projekt zu optieren, nur weil es, wie vom Bürgermeister behauptet, keine Zusatzkosten für die Gemeindekasse mit sich bringt, ist auf lange Sicht keine zielführende Strategie“, so Moser abschließend.

stol

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