Der offizielle Hospitality-Anbieter der Olympischen Winterspiele, das US-Unternehmen On Location, hat die Verpflegung in drei Hospitality-Bereichen in Cortina d'Ampezzo an die slowenische Firma Jezeršek vergeben, wie die Mailänder Tageszeitung Il Giornale berichtete.<BR /><BR />Zuvor war angekündigt worden, dass ein italienischer Spitzenkoch im Rahmen der Hospitality-Angebote für rund 175.000 Mahlzeiten verantwortlich sein sollte. Der aus Venetien stammende Koch Tino Vettorello äußerte Enttäuschung über die Entscheidung des US-Unternehmens. Der Inhaber mehrerer Restaurants und Catering-Betriebe in Norditalien war bereits für das Catering bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi verantwortlich gewesen.<BR /><BR />„Als die Spiele nach Italien vergeben wurden, hoffte ich, erstmals eine Olympiade in meinem eigenen Land betreuen zu können. Das ist nun nicht passiert“, sagte Vettorello laut „Il Giornale“.<h3> „Italienische Unternehmen benachteiligt“</h3>Das slowenische Unternehmen erklärte, man werde überwiegend lokale italienische Produkte verwenden, sowie italienische Köche und Personal aus der Region beschäftigen. Dies entspreche den Vorgaben für Catering-Dienstleister bei den Spielen.<BR /><BR />Vettorello betonte, Italien verfüge über umfassende Erfahrung und Fachkompetenz im Bereich von Großveranstaltungen. Kritik übte er vor allem an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Italienische Gastronomiebetriebe seien aufgrund höherer Steuer- und Personalkosten im internationalen Wettbewerb bei Ausschreibungen benachteiligt.<BR /><BR />Der Fall hat in Italien eine Diskussion über die Rolle der nationalen Gastronomie bei internationalen Großereignissen ausgelöst. Erst vor wenigen Wochen ist die italienische Küche als immaterielles Kulturerbe der Unesco anerkannt worden.