<BR /><BR />Die meisten Unternehmen im Groß- und Einzelhandel ziehen eine positive Bilanz für das vergangene Jahr und sind auch für 2025 optimistisch.<BR /><BR />Laut Wifo rechnen 95 Prozent der Betriebe im Großhandel mit zufriedenstellenden Erträgen, insbesondere in den Bereichen Baustoffe, Haushaltsgeräte und Elektronik sowie Maschinen und Anlagen. Im Einzelhandel erwarten 90 Prozent der Unternehmen eine befriedigende Ertragslage, wobei die Einschätzungen je nach Branche variieren. <BR /><BR />Besonders positiv ist die Stimmung bei Lebensmittelhändlern sowie Betreibern von Supermärkten und Kaufhäusern, die 2024 ein Umsatzwachstum verzeichnen konnten und davon ausgehen, dass dieser Trend anhält. Weniger optimistisch sind hingegen Unternehmen im Wanderhandel sowie in der Kosmetik- und Pharmabranche, die das Geschäftsjahr 2024 eher zurückhaltend einschätzen.<h3> Schwache Geschäfte in Autohäusern</h3>Sorgenkind bleibt der Kfz-Handel: Zwar bewerten die Unternehmen das vergangene Geschäftsjahr etwas positiver als noch im Herbst, doch die Erwartungen für heuer wurden nach unten korrigiert. Trotz erneuter Verkaufspreiserhöhungen rechnet die Branche mit einem Umsatzrückgang. <BR /><BR />Zum Teil sei dies marktbedingt, sagt Lukas Baumgartner, Geschäftsführer der Autoindustriale Mobility Group in Bozen. „Der Rückstau an Bestellungen aus den Vorjahren sorgte im letzten Jahr für höhere Umsätze. Diese haben sich nun wieder normalisiert.“ Zum anderen führe die gesamtwirtschaftlich unsichere Lage dazu, dass besonders beim Autokauf gezögert werde, merkt Baumgartner an.<BR /><BR />Hinzu kommt, dass viele nicht wissen, ob sie einen Verbrenner oder ein E-Auto kaufen sollen. „Solange es keine klare Antwort auf diese Frage gibt, wird der Kauf oft aufgeschoben“, erklärt Ivo Barchetti, Geschäftsführer der Barchetti-Gruppe. Hilfreich seien in diesem Zusammenhang konstante Förderungen wie jene des Landes, die den Käufern Planungssicherheit bieten.<BR /><h3> Unsichere Zeiten auf dem Welthandel</h3>Wie sich das Geschäftsklima in den nächsten Monaten entwickelt, hängt auch von der Situation des internationalen Handels ab. „Die chaotische Situation, die durch die Ankündigungen des US-Präsidenten Trump bezüglich der Einführung von Zöllen entstanden ist, kann die Unternehmen nur beunruhigen, insbesondere diejenigen, die stark auf den Export ausgerichtet sind“, sagt Elena Messina Bonaldi, Präsidentin des Verbands der Selbständigen Südtirol (Confesercenti). „Angesichts der Handelsspannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wird Südtirols Brückenfunktion auf der Brennerachse noch wichtiger“, betont Handelskammer-Präsident Michl Ebner. <BR /><BR />Gleichzeitig warnt hds-Präsident Philipp Moser vor dem Druck durch den Onlinehandel: „2024 wurden über E-Commerce-Plattformen rund 4,6 Milliarden Pakete Billigware mit einem Wert unter 22 Euro in die EU importiert, etwa 90 Prozent davon aus China.“ Er fordert Maßnahmen für einen fairen Wettbewerb mit Drittstaaten.